Erinnerung an eine wundervolle Zeit

Erinnerung an eine wundervolle Zeit

Montag, 30. April 2012

Ferien

Tja, jetzt werde ich mal ganz schnell von unserem gaaanz speziellen Kids-Tag erzählen. Also, im Moment ist es hier auf Station fast unerträglich ruhig... Das liegt daran, dass Ferien sind und die meisten Kinder zu ihren Verwandten oder teilweise zu ihren Eltern gefahren sind. Das heißt, es sind von unseren 49 Kindern noch ganze 12 Kinder auf Station. Das mit dem Heimfahren ist eine super Idee, nur haben die restlichen Kinder jetzt das ungute Gefühl, dass sie nicht nach Hause dürfen, weil alles auf der Welt blöd und gemein ist. Diesen Gedanken hat mich persönlich ziemlich gestört, weil das echt super tolle Kinder sind, die nicht damit bestraft werden sollen, dass sie hier bleiben. Die Gründe warum sie nicht weg dürfen sind sehr unterschiedlich: Zum einen dürfen Kinder, die noch kein halbes Jahr hier leben nicht wegfahren, weil das sonst mit der Art Vorsorgevollmacht ziemlich Probleme geben kann. Zum anderen sind die Zustände daheim so schlimm, dass es wirklich unverantwortlich wäre, die Kinder nochmal dorthin zu lassen. Also, was tun? Ok, einen Freitag gab es im Krankenhaus hier in der Nähe für HIV-positive Kinder eine „Party“. Dass es keine Party sein wird wie im schönen Murphys, mit viel Bier, viel Getanze und lustigen Menschen habe ich schon geahnt. Aber ich habe mir wirklich eine Kinderparty vorgestellt. Vorgefunden haben wir dann einen „geschmückten“ Raum (Es hingen 2 Girlanden an der Wand, könnte aber sein, dass sie schon länger dort hängen und ich sie nie wahrgenommen habe). Die Deko habe ich auch erst währen den 3 stündigen- Vorträgen auf Swahili entdeckt. Dazu war dieser Raum einfach vollgestellt mit lauter Stühlen, die auch noch mit Kindern und Eltern besetzt waren, die das hören wollten!!! Es muss wahrscheinlich unglaublich spannend gewesen sein, wenn ich es auf Swahili verstanden hätte. Doch leider haben meine Kinder ihr Swahili in diesem Moment wohl auch vergessen, sodass unsere Kinder ziemlich aus der Reihe getanzt sind und ihre Langweile auch lautstark mitgeteilt haben. Als ich genug meine Nervenstärke trainiert habe, indem ich versucht habe sie ruhig zu halten, haben wir dann auf der Wiese Privatparty gefeiert. Es gab wenigstens was zum Essen und hinterher einen Kuchenkrümel für jeden (mein Krümmel sogar mit Deko.... die Deko hat zumindest geschmeckt).
Ok, dass dieser Tag für jedes Kind nicht der absolute Kracher war habe ich mir gedacht (ausser diese seltsamen Kinder, die noch da waren...). Also habe ich mit Papa Mwangi einen Masterplan entwickelt: Wir fahren mit unseren Kindern nach Poa Place: Das ist eine Art Wildpark, nur nicht annähernd so spektakulär. Aber es ist auf jeden Fall was für Kinder, nach meinem Verständnis zumindest. Und ich glaube das unsere Kinder es auch „etwas“ mehr mochten, als unser wunderschöner Tag auf der Party... Eigentlich wollte ich mich nur an den Finanzen beteiligen, und schwups: war ich dann der Organisator. Wenn jede Karriere so steil nach oben gehen würde... Und es hat mich auch einiges an Nerven gekostet. Aber die Kinder letztendlich da zu sehen, hat es 10-fach zurück gezahlt. Zusammengefasst haben wir 2 unserer Autos vollgepackt mit den 12 Heimkindern, und dazu noch 5 Kinder von den Heimeltern. Ein paar Erwachsenen, die angeblich nur mitfahren wollten um Kinder zu betreuen, aber ich glaube im Herzen selber ein Kind sind und Spass haben wollten=) haben sich auch dazwischen gequetscht.
Auf dem Weg dorthin haben wir noch das Zuhause von 2 der Kinder, die mit uns waren besucht: Lydia und Walter. Es war gut zu sehen, wo sie aufgewachsen sind. Der Vater lebt nur noch mit den 2 älteren Schwestern zusammen. Doch sein Gesundheitszustand ist nicht der Beste, als dass er die Beiden für die Ferien zu sich holen könnte. Das ändert aber nichts daran, dass er seine Tochter liebt!! Das sieht man hier in Kenia dann doch nicht so häufig, aber als er seine Tochter in die Arme genommen hat, sind bei uns im Team unterdrückte, imaginäre Tränchen geflossen. Das war schon sehr emotional...
Aber irgendwann haben wir uns auch losgerissen: Auf nach Eldoret zum Poa Place!! Die Kinder sind mit viel Freude auf den Spielplatz gestürmt und waren kaum zu bremsen. Als dann noch 2 große Trampolin daneben standen war es ganz vorbei: Auch Ida mit ihrer Fraktur, Gips und Armstützen ließ sich davon nicht abbringen! Wir hatten echt viel Spass.
Doch ein wirkliches Highlight war Emilo: Zu Emilo ließe sich Seiten schreiben. Lass ich aber. Sie ist schwierig. Sie lernt langsam. Sie ist hyperaktiv. Sie versteht vieles nicht. Und sie ist manchmal wirklich furchtbar anstrengend!! Aber trotzdem ein wunderhübsches Kind. Es wird Autismus vermutet. Naja, soweit zur Vorgeschichte. Das eine Trampolin hatte ein Loch, was man von weitem gesehen hat. Die meisten Kinder hatten soviel Verstand, dass sie von vorneherein nicht draufgegangen sind, sonst wären sie in ein Erdloch gefallen. Und die Kinder, die den Verstand dann doch nicht hatten haben wir es ausführlich erklärt. Doch einmal war Emilo schneller als wir und ist zielstrebig auf das Trampolin mit Loch zugerannt. So schnell konnte keiner sein und „The Flash“ war leider auch grad nicht zur Stelle (TBBT). Das Gesicht, kurz bevor sie ins Loch gefallen ist war echt genial: Man stelle sich eine Comic-Figur vor, die mal wieder über eine Klippe rennt, aber noch 3 Sekunden Zeit hat, um die Lage zu realisieren: Genauso hat Emilo in diesem Moment geguckt, und dann war sie weg. Ich hätte ihr auch direkt rausgeholfen, aber leider war ich zu sehr mit Lachkrampf bekämpfen beschäftigt... Und es war auch nicht tief, sodass etwas ernsthaftes hätte passieren können. Anschließend sind wir noch Kettenkarusell gefahren. Das war vor allem hoch und schnell!! Und aufs Kleinkinderkarussell zu gehen war mir doch etwas peinlich... Danach sind wir noch durch den Tierpark gegangen. Die Kinder waren völlig begeistert und haben sich jedes einzelne Tier genau angeschaut. Anschließend haben wir noch verschiedene afrikanische Hütten bewundert. Auch das war etwas Tolles für die Kids: Da sie aus unterschiedlichen Stämmen kommen konnte jedes einzelne Kind zeigen, in was für einer Art Hütte/Haus es aufgewachsen ist. Das kann nämlich schon sehr unterschiedlich sein...
nach diesem anstrengenden tag gab es noch ein kleines Picknick...
Und dann ging es ab Richtung Ngechek...
Vielen Dank für eure Spenden, mit denen dieser Aus´flug vor allem finanziert wurde. Umgerechnet hat es ca. 90 euro gekostet: d.h. der eintritt für alle Kinder und 4 Betreuungspersonen, Spritkosten, Verpflegung... Ich hoffe, dass ist ok...

Mittwoch, 18. April 2012

KIKI HAT GEBURTSTAG

hallo an euch alle und natürlich an die liebe geburtstags - kiki...

ich nehme den heutigen anlass und veröffentliche nochmal den aktuellen stand eurer spenden und nehme es vorweg :

HAMMER!!!

da ich immer noch keine lust habe die einzelnen umsätze hier aufzulisten (bei wunsch bitte melden) hier ne kurze zusammenfassung:

von euch bisher insgesamt eingezahlt:
860 Euro

davon hat unsere kiki ausgegeben:
250 Euro

somit ist der aktuelle stand:
610 Euro

In diesem sinne wünsche ich euch allen einen schönen tag - trinkt einen aufs geburtstagskind und für dich liebste kiki: fühl dich ganz feste gedrückt - wir haben dich lieb :-)

Sonntag, 8. April 2012

ein wunderschönes Osterwochenende!

Hallo ihr lieben!

Es ist zwar erst Ostersonntag, aber ich dachte, ich berichte euch trotzdem schon von dem bisherigen Wochenende. Ein Teil eurer Spenden ist auch dafür verwendet worden (ca 10 Euro oder so) und wir hatten seeehr viel Spaß!

Es fing alles Freitagsabends an. Normalerweise essen die Kinder und das Team getrennt Abendessen. Dieses Mal aber mal alle zusammen. Das war wirklich ein Spaß =) und es wurde sehr laut und chaotisch. Aber das Highlight: Es gab für jeden ein bisschen Fleisch. Sehr, sehr lecker!
Danach haben wir mit allen Kindern zusammen der "König der Löwen" geguckt.
Das war der absolute Kracher. Wenn deutsche Kinder den Film schon super finden, dann ist das trotzdem nicht mit unseren Kindern hier vergleichbar. Klar, zum einen sehen sie fast nie Filme. Und dann noch einen Film, in dem 'Hakuna Matata' gesungen wird (auf swahili: kein Problem) und ein Affe rumspringt der sagt :' Asante sana ...' (Danke schön).
Die Kinder haben fast keine Luft mehr bekommen vor lachen! Sie hatten wirklich richtig Spass dabei.

Aber da es doch etwas unpädagogisch ist, den Kindern nur Filme zu zeigen, haben wir uns noch mehr einfallen lassen.
Ich habe am Samstagmorgen eine Schatzsuche organisiert. Wahrscheinlich, weil ich etwas auf Entzugserscheinung wegen dem Geocaching bin.
Die Kinder waren schon vorher gaaanz aufgeregt und waren pünktlich!! (Sie waren nach deutscher Zeit pünktlich. Das geschieht hier eigentlich nie...)
Sie mussten an 6 verschiedenen Stationen Rätsel lösen.
Hier war es ein Bilderrätsel

Und als sie nach einer Stunde den Schatz gefunden haben, waren sie ganz aus dem Häuschen, weil jeder ein kleines Haribo-Tütchen haben durfte! Das wurde aber gerecht verteilt, sodass die Kleinen anfangen durften, sich etwas zu nehmen.
Nachmittags haben wir mit den Kindern Workshops organisiert.
Es war echt unterschiedliches, vom Fußball spielen, über Plätzchen backen sowie Eier färben und anmalen.
Und wenn grad nix gemacht wurde, haben wir zusammen gesungen.
Aber das für mich Beste war ein Kind namens Emilo: Sie hat Autismus und kann sich normalerweise nicht ruhig irgendwo hinsetzen und sich auf eine Sache konzentrieren.
Doch beim Eieranmalen habe ich sie das erste Mal ruhig dasitzen gesehen und hat ihre ganze Aufmerksamkeit nur dem Ei geschenkt...





und Lea erklärt mit sehr viel Liebe das Eierfärben. Die Kinder kennen bunte Eier nicht, aber es ist eine lustige Abwechslung für sie

Und heute Morgen gabs auch noch etwas Besonderes: wir sind um 6 Uhr morgens (!!) runter zum Fluß gegangen und haben eine Art Mini-Auferstehungsgottesdienst mit ein paar Leuten gefeiert. Das war echt sehr schön! Und sogar ich musste zugeben, dass sich das frühe Aufstehen gelohnt hat!


Und abgeschlossen haben wir dieses super Wochenende mit einer Eiersuche für alle Kids.
Sie hatten echt viiiiel Spass in dem Wochenende. Normalerweise wird Ostern nicht so groß gefeiert wie bei uns. Man geht halt in die Kirche. Punkt. Und sonst eigentlich nichts.
Das war echt was Neues für die Kinder, die vor allem letzte Woche viele Prüfungen in der Schule hatten.
Vielen lieben Dank für eure Unterstützung aus Deutschland.



Die Kiki

Samstag, 31. März 2012

mal etwas für abgehärtete krankenschwestern =)

also wenn ihr kein blut, eiter oder so sehen könnt, dann lest und guckt diesen beitrag bitte nicht an. ich habe keine lust auf schuldgefühle, weil ein paar bilder vielleicht nicht für jeden geeignet sind.
aber ich hatte spaß!! =)

Also mal zu Anfang. Heute ist Samstag und eigentlich haben wir dann frei. Nichts desto trotz haben wir uns früh auf die Socken gemacht (Jenipher und ein Fahrer Namens Luke) und sind nach Eldoret gefahren um mit ein paar Menschen aus dem Krankenhaus unser Team zu vervollständigen.
Danach ging es dann mit 2 Stunden Fahrt an einen Ort dessen Namen ich traurigerweise schon vergessen habe. Sehr peinlich. Naja bin ja auch nicht mehr die Jüngste.
Wir sind dann an eine Schule und haben Gesundheitsaufklärung gemacht (Hände waschen, Gemüse waschen...) wo ich den Part des Musungos hatte (Musungo heißt Weiße und somit habe ich die Aufmerksamkeit der ganzen Schule auf unsere Gruppe bekommen).
Das ist ein teil unseres Teams. ok, eigentlich fehlt nur jenny :)

Und anschließend ging unsere Arbeit so richtig los. Wir wollten die Sandflöhe von den betroffenen Kids entfernen.

Also erstmal eine Runde Füße waschen:

Und danach ging der Spass so richtig los =)
Die Teile werden aufgestochen und danach sieht man zu dass man den ganzen Kram schön rausbekommt...
Und jetzt wird es ein bisschen ekelig:

Dieser Junge hattet, wie ihr seht gaaanz schlimme Füße

Das Weiße ist der Floh, der nicht rauskommen will, aber gegen Elvis Nadel keine Chance hat.

Das ist Jenny =)


nach dem langen Tag bin ich echt kaputt, und ich hoffe ihr habt euch nicht allzu sehr geekelt...
=)
hab euch alle seeehr lieb!

Freitag, 30. März 2012

nochmal zwischenfrage: geld wofür?

hallo...
also es ist hier ja häufig alles etwas spontan. also habe ich auch etwas spontan geld abgehoben. es ist nämlich etwas schwierig, immer zur bank zu kommen und da habe ich bei mir was auf seite gelegt.
umgerechnet habe ich 100 euro abgenommen.
also jetzt habe ich einen vorschlag, und ehrlich gesagt ist er schon halb in die Tat umgesetzt, weil es sich recht rasch so ergeben hat:
das eine heim für jungen ist erst neu gebaut worden. udn weil man natürlich erstmal das wesentliche baut wurden die vorhänge (türen gibt es für die kinderräume nicht) bisher noch nicht gemacht.
deshalb dachte ich, dass wir das zusammen ermöglichen. die kinder würden sich schon mehr wie zuhause fühlen, wenn sie etwas privatsphäre hätten. und obwohl es jungen sind, würdet ihr ihnen eine riesige freude machen!
es würde zwar noch ein bisschen dauern, weil unser schneiderlein hier alle hände voll zu tun hat, aber ab mai würde es wohl klappen.
was haltet ihr davon??

Freitag, 23. März 2012

an die tollsten kollegen der welt!

ok, ich gebe jetzt mal meinen gestrigen absoluten PERFEKTEN Abend wieder:

18;35: Abendessen :
Julia: Hey Yvonne, ich habe ein päckchen bekommen. und für dich war auch
ein Brief dabei?
Ich: Ein Brief??? Hää?? Sieht er interessant aus?
Julia: Hm, keine Ahnung ob er interessant aussieht. Absender ist
irgendein Krankenhaus.
Ich: Handschriftlich geschrieben oder maschinell erstellt?
Julia: Handschriftlich...

... 2 Minuten später bin ich gaaanz schnell durch die Heime geflitzt, um meine letzte runde zu machen und bin dann so schnell wie es ging in Julias Zimmer gestürmt...
Und tatsächlich! Eine total tolle Karte von den besten Stationen im Krankenhaus!!! AAAHhhhh.... Ok, meine Zimmergenossin dachte ich hätte völlig den Verstand verloren, als sie mich gehört hat, aber ich konnte sie bisher vom Gegenteil überzeugen.
Und jetzt habe ich eine nette Karte in meinem Zimmer hängen.
VIelen lieben dank für die mühe!
Und übrigens: wie sollte ich denn bitteschön euch vergessen? ich glaube nicht, dass sowas überhaupt geht.

Freitag, 16. März 2012

sooo...

eigentlich wollte ich heute eh etwas mal hier reinschreiben, bis mich die nachricht von dem spendeneingang regelrecht umgehauen hat. (könnt gerne imke fragen...)

Aber ich dachte, ich schreibe trotzdem ein bisschen etwas vom alltag in ngechek. könnte sein, dass ich schonmal was geschrieben habe. aber ich bin ja auch nicht mehr die jüngste ;)

Also Ngechek ist wie gesagt ein Kinderheim. Genau genommen sind es 4 Kinderheime. 2 Heime für Mädels und 2 Heime für Kerle. Das Kleinste Mädchen ist 3 Jahre alt, und der größte Junge glaub ich so um die 16 - 17. Man nimmt das mit dem Alter nicht so genau und manchmal weiß man halt auch das geburtsdatum nicht wirklich. Oder jemand hat gleich 3 verschiedene geburtsdaten in seinen akten stehen. Ich suche mir dann manchmal das Schönste aus ;)
Mein Aufgabenbereich ist richtig vielseitig! Ich bin vorwiegend in der Medi eingesetzt. Und das ist mal wirklich komplett anders, als im schönen Wittlich ;)
Meine Arbeitszeit ist seeehr flexibel. da ich ein Morgenmuffel bin, fange ich erst um 9 an. macht eh keinem Menschen was aus. Im gegenteil, sie sind froh, dass ich dann besser gelaunt bin und sie mich somit besser ertragen können ;)
Ich werde gerufen, wenn die Kids irgendwelche medizinischen Probleme haben. Das Problem ist halt, dass man hier mehr arzt als Pfleger sein muss. Ein bisschen vermisse ich die Pflege irgendwie schon. Aber ich versuche trotzdem ein bisschen die Kids mitzupflegen. Diese WOche waren es echt viele Herrausforderungen.. Irgendwie ist hier ein Virus im Umlauf. D.h. die Hälfte der Kinder waren krank. Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Halsschmerzen,... aaahhh! vor allem, als wir uns sicher waren, dass es ein Virus ist, und kein Malaria oder eine bakterielle infektion ging es einem Kind immer schlechter.
also bin ich mit einer Kenianerin ins nächste Krankenhaus gefahren. Ehrlich gesagt war die Ärztin auch ein bisschen ratlos. und wenn man in Kenia ratlos ist, es aber nicht zugeben will, gibt es ein Geheimrezept: Antibiotika und Malariamedikamente. Malaria gibts hier zwar fast gar nicht und antibiotika hilft nunmal nicht bei einer Virusinfektion.
ALs ich dann noch gesehen habe, wie die Ärzten das Antibiotikum in die Vene gespritzt hat (nein keine Kurzinfusion, und auch keine Braunüle) wurde mir schon etwas schclecht. Das die hygienischen Bedingungen nicht die besten sind ist ja ok, aber das war echt schlimm...
ok abends um 10 sollten wir auf station die 2te gabe i.v. antibiose geben. Und wie das schicksal es will, viel der Strom um 7 uhr aus. der strom fällt öfters mal in der warmen Zeit aus, wenn unser Fluss nicht genug wasser hat, um uns strom zu liefern...
also hatten wir keien andere Möglichkeit, als uns mit einer Taschenlampe zu bewaffnen und im dunkeln mit taschenlampe dem Mädchen ihre Medizin zu spritzen. das antibiotika hat zwar nicht geholfen (wer hätte das gedacht) aber zum Glück geht es dem Mädchen jetzt wieder besser.
Also war ich die ganze woche richtig beschäftigt und bin dann halt auch mal bis abends um 10 im Heim geblieben. Man muss halt immer in Bereitschaft sein. Aber bisher wurde ich nachts noch nicht gerufen (oder ich habe es nicht gehört...).
Es ist hier seeehr ländlich, wie ich auch noch ein paar bilder einstellen werde.


Bald werde ich evtl. auch für das sponsorship arbeiten. das heißt ich kümmere ich um alle Paten in Deutschland, dass sie ab und zu mal etwas von ihrem Patenkind hören...
Jeden Freitag gehe ich jetzt in eine Schule und wir machen dort Unterricht. so langsam klappt es auch immer besser und fängt an, richtig spass zu machen. das hauptproblem ist einfach noch die sprache. unterricht auf deutsch ist echt kein problem, aber auf englisch... naja. aber es geht schon.
ab und zu kommen wir hier aus dem busch tatsächlich mal raus... es ist zwar etwas schwierig aber es geht. in der trockenzeit braucht man ca. 1,5 stunden, in der regenzeit 2 wennn alles gut läuft. Bisher hatte ich aber noch nicht das vergnügen mit der regenzeit. das problematische ist die "Dusty Road". Road ist ein schönes Wort hier für einen schlecht ausgebauten feldweg... entweder man fährt Public nach eldoret, oder man hat den absoluten luxus, dass jemand mit dem auto fährt und noch platz hat. aber public ist ein highlight...
die "Dusty Road" muss man mit einem PikiPiki fahren. Ist echt schön... aber ich hätte niemals gedacht, dass man auch zu dritt darauf fahren kann! aber es geht wirklich. ich bin mit lydia und lea zusammen gefahren...


dann an der Mainroad steigt man in ein Matatu um. wobei die Matatus hier im gegensatz zu eldoret wirklich voll gemacht werden. Offiziell gibt es 12 sitze. Und die sind nicht so groß wie die sitze in deutschland. aber man ist kreativ. der gang wird genutzt, indem man ein Holzstück zwischen die auseinanderstehenden sitze legt und vòla: man hat einen sitz mehr. solche und noch mehr gute ideen werden eingesett und schon passen plötzlich 26 personen in das matatu... kein witz!
es ist wirklich eng. und atmen ist halt nicht immer einfach...
Und zu eldoret kann man eins sagen: es ist zu staubig, zu dreckig, es stinkt, es sind viel zu viele menschen unterwegs, aber auf einem fahrrad mitzufahren ist wirklich das einzigste was sich lohnt =)

was gibts noch zu sagen.. hm achso. sonntags geht man natürlich in die kirche. und nicht einfach in jeans. da wird sich rausgeputzt! aber da ich wie gesagt ein morgenmuffel bin, hab ich das rausgeputze etwas halbherzig gemacht. nur eines sonntags, wo ich in eine andere Kirche gehen wollte, war ich echt engagiert. also kramte ich den guten sonntagsrock, den mama genäht hat raus, und brezelte mich etwas auf. um dann nach einer stunde fußmarsch in der kirche anzukommen. ok. ich war zufrieden. und dann war die kirche fast rum.
wir sollten schonmal nach hause gehen, weil es bald anfängt zu regnen, hat uns unser stationsleiter geraten.
mit dem regen sollte er recht behalten.
ich habe mir also 2 kids geschnappt: edith, ein ca. 14 jähriges mädchen und dennis ein ca. 6 jähriger junge und wir sind losgerannt.
wir waren optimistisch.
doch dann fing es an zu regnen. und ich meine keinen nieselregen.
unter einen baum stellen: sinnlos! also zum nächsten haus gerannt, was man entdecken konnte.
und natürlich war die tür fest verschlossen. also an die hauswand angelehnt, um möglichst wenig nass zu werden. hatte aber nicht viel sinn, denn so langsam aber sicher bildete sich unter uns eine große pfütze. und als wir entgültig komplett naß waren hörte es tatsächlich etwas auf zu regnen... also weiterrennen, bevor es wieder anfängt.
doch ups... wo ist die strasse...??? wir mussten durch den regen erst durch einen bach durch, um auf die strasse zu kommen. mamas rock sah da schon echt schlimm aus.
wir kamen nicht weit: nach 500 meter ging das spiel von vorne los... doch dieses mal haben wir ein haus gefunden, wo uns jemand eingelassen hat. als es nicht mehr aufhörte zu regnen, hab ich beschlossen, dass was passieren muss. denn ´mit 2 abwehrgeschwächten kids durch diesen regen zu laufen... ne da konnte ich mir einfach was besseres vorstellen. also hab ich beschlossen, mir meine jacke von dennis wiederzuholen, die beiden dazulassen und alleine zur station zu laufen um ein auto zu holen.
als ich auf station war, hörte der regen natürlich auf... ironie des schicksals...
die kinder sind aber wohlbehalten per auto zurückgekommen und wurden tatsächlich nicht krank

so jetzt war ich fleißig genug. aber ich freue mich wirklich, wenn ich ab und zu was aus deutschland höre. ich vermisse es schon ziemlich und denke oft an zuhause. also schreibt mir alles, was euch einfällt. ob von klotten, oder von wittlih oder sonstwo... würde micht echt freuen!!