Hallo meine lieben, treuen, lustigen Leser.
Ich denke es wird Zeit für den fast wohl letzten Blog von mir.
Das Jahr ist fast rum, und ich kann es gar nicht in Worte fassen, wie viele tolle Erfahrungen ich machen durfte. Genauso bin ich unglaublich dankbar für die viele Spenden. Damit hätte ich zu Beginn niemals gerechnet!
Meine letzte Zeit hier in Kenia geht sehr turbulent zu. Deshalb hatte ich bisher kaum Gelegenheit, euch, besonders der Klamotte, zu danken.
Ohne euch hätte ich zwar meine normale Arbeit hier gemacht, aber so konnte ich wirklich schon viel bewegen. Es waren alles nur einzelne, kleine Projekte, doch ihr könnt euch sicher sein, dass die Kinder hier vor Ort, und die Nachbarn sehr dankbar waren für jede Hilfe.
Natürlich kann ich euch demnächst persönlich davon berichten, denn hier diese Dankbarkeit in Worte zu fassen, ist kaum möglich.
Und doch will ich euch von meinen letzten Tagen hier berichten, und von dem schlimmsten Weihnachten meines Lebens :(
Ich beginne aber am besten von Vorne. Vom 16. bis zum 24. Dezember fuhren wir nach Nakuru. Das ist ca. 3 Stunden Autofahrt von hier entfernt. Die Gegend ist vor allen Dingen sehr anders als hier in Ngechek. Die unterschiedlichsten Kuluturen leben dicht beieinander. Am meisten vorhanden sind jedoch die Kikujos.
Als wir mit unserem Team Sonntags in die Kirche vor Ort ankamen, waren wir alle ein bisschen nervös. Jeder sollte in seine eigene Familie kommen, wo er die ganze Woche über verbringt. Und wir mussten uns bis 2 Uhr gedulden, ehe der Gottesdienst vorrüber war und wir endlich unsere neuen Eltern kennenlernen durften. Meine Eltern hießen Kingoni und waren mir vom ersten Moment an sehr sympathisch. Wir redeten, und redeten. Bis Papa Mwangi (unser Boss) uns mitteilte, dass ich dort nicht schlafen werde. Ich war echt traurig. Da hatte ich liebe Menschen gefunden, und durfte nicht dortbleiben. Doch die Gründe waren dann doch recht logisch.
1. sollte ich als Krankenschwester lieber nah an der Kirche bleiben, falls jemand Hilfe braucht.
2. (der für mich dann entscheidende Grund) die Familie lebt in Stadtnähe. Nahe an der Hauptstrasse. Da können Nachts schonmal Schüsse fallen, und mein Papa wollte unbedingt, dass ich diese Woche überlebe.
Also lieber sicher und bei einer anderen Familie.
Doch so einfach war es dann auch nicht. Kaum hatte ich meine Sachen in mein neues Zuhause gebracht und ich kurz vorgestellt, wurde ich schon gerufen und musste einer alten kranken Frau helfen. Diese lebte blöderweise 15 Minuten Fahrt entfernt.
Abends endlich wieder bei meiner Familie, hatten wir dann zum Glück Zeit uns kennenzulernen. Die Familie hat 4 Kinder. 3 Töchter und einen Sohn. Die älteste Tochter ist 18 und der jüngste Sohn gerade 1 Jahr und irgendwas.
Abends saßen wir noch lange zusammen und haben uns blendend verstanden. Nein, es kamen nicht erst die oberflächlichen (wo kommst du her? blablabla) Gespräche, sondern direkt schon richtig Interessante und Tiefgreifende. Über Glauben, Politik, usw. Wirklich interessant war die Mama. Mir kam sie erst etwas zurückhaltend und untergeben vor. Aber das täuscht! Sie konnte ihrem Mann sehr gut Kontra geben. Das Bild von der Frauenunterdrückung hat hier wirklich nicht gepasst.
Und auch diese Mama versuchte mir die Kunst des Kochens näherzubringen. Und bevor meine deutsche Mama jetzt lacht: Ich kann mittlerweile kochen. Ein bisschen. Aber immer noch nicht gerne. Und so viel sie mich zu bekehren versuchte, ich konnte meine Begeisterung nicht sooo doll ausbauen.
So die Woche verging wie im Fluge. Tagsüber haben wir die Sonntagsschule gestrichen, und andere Programme gemacht (medizin. Schulungen, Kinderprogramm, Landwirtsschaftsprogramm) und abends kam ich heim und habe mit meiner Mama das Abendessen vorbereitet.
Das beste an dieser Woche war der nichtvorhandende Mangel an Chai. Chai ist übrigens Schwarztee mit Milch und idealerweise auch Zucker. Meine Familie liebte Chai! Es gab zum Frühstück Chai. Und zur 11-Uhr-Pause. Und zum Mittagessen. Und zum Feierabend. Wenn ich dann nach Hause kam gab es erstmal eine Tasse bevor wir kochten. Und während dem Abendessen. Und mit ein bisschen Glück noch danach. Super!!
Natürlich gab es auch Herrausforderungen. ABer nicht allzu viele. Ich habe mir die Woche sehr viel unkomfotabler vorgestellt. Denn es gab fließend Wasser und meistens auch Strom! Gut. die Dusche wurde nicht mein Freund. Aber das macht eigentlich auch nichts.
Das schlimmste war nämlich das Huhn! Also. Mein Papa beschloss, abends ein Huhn zu schlachten. Blöd ist, wenn man in diesem Moment einfach nicht den Mund halten kann. Sehr blöd sogar. Ich wollte das Huhn nämlich schlachten. Dachte ich zumindest. Als der Vater dann das arme Huhn aus dem Stall brachte und es sooo verängstigt schrie, überlegte ich mir es nochmal. ABer ich hätte auch niemals einen Rückzieher gemacht. Also gab er mir das Messer und ich sollte den Hals durchschneiden. Klar, köpfen ist besser, doch durch Mangel an schwarfen Messer, muss das Huhn halt leiden. Und mir tat das Huhn sooo leid, dass ich einfach meine Augen geschlossen habe (wollte nur mein Herz schießen, ging aber nicht) und geschnitten habe. ALs ich das Blut gemerkt habe, machte ich meine Augen wieder auf, und der Hahn war tot. Zum Glück. Und lecker hat er auch noch geschmeckt. Nächstes Mal klappt es hoffentlich mit offenen Augen.
So nach dieser tollen Woche ging es dann weiter nach Limuru. Doch dafür habe ich jetzt gaaar keine Zeit mehr. Also muss es noch ein bisschen warten.
Erinnerung an eine wundervolle Zeit
Sonntag, 13. Januar 2013
Die beste Kneipe der Welt!!
Ersteinmal ein riesiges Dankeschön an die tollste Kneipe der Welt!!
Ihr seid echt der Wahnsinn und unglaublich fleißige Trinker:D
Im Dezember 2012 gabs in einem schönen Ort an der Mosel eine lustige Idee: Der gesamte Erlös des Abends geht an ein paar liebe Kinder in Kenia...
Und der Erlös war riesig: 750 Euro!!
Echt der Hammer! Vielen lieben Dank für eure Unterstützung. Ich hoffe, ihr seit am nächsten Tag noch aus dem Bett gekommen.
Oh man. So viel Geld.
Leider habe ich nicht so viel Zeit, um es in verschiedene Projekte zu stecken. Deshalb habe ich mir die letzten 2 Wochen Zeit genommen, um ein paar Ideen zu sammeln.
1. Wir unterstützen nochmal Janet. Wir haben bereits ihr das erste Jahr Schule finanziert. Für das 2. und 3. Jahr zusammen bräuchte man insgesamt 600 Euro. In den Jahren würde sie selber parallel arbeiten gehen und das Geld für ihr letztes Schuljahr selber zusammenkratzen- Aber 2 Jahre wären schon eine Menge und würden ihr helfen, ihren Traum zu verwirklichen.
2.Ein Heimvater hier würde im nächsten Jahr gerne eine neue Arbeit starten. Er möchte in Nakuru Strassenkinder unterstützen. Mir gefallen seine Ansichten sehr und die meisten seiner bisherigen Ideen habe ich immer unterstützt. Er möchte nicht einfach ein Kinderheim bauen und dort alle Strassenkinder reinstecken. Vielmehr möchte er ein vorrübergehendes Haus haben, wo Strassenkinder wieder aufgepeppelt werden und anschließend sucht er Kontakt zu Verwandtschaft. Diese sollen das Kind dann ernähren und bekämen von ihm individuelle finanzielle Unterstützung. Z.b. würde er mit seinem Projekt dann das Schulgeld für das Kind bezahlen. Er hat jetzt 7 Jahre hier vor Ort gearbeitet und hat die nötige Erfahrung für dieses Projekt zu starten. Ein Startkapital für das Haus fände ich ziemlich gut.
3. Die einzigste sinnvolle Möglichkeit das Geld meiner Ansicht nach in unsere Kinder zu investieren wäre, das Geld für eines der Kinder in die Schulausbildung zu stecken. Das erste Kind kommt jetzt in eine sog. Secondary school. Nächstes Jahr sind es 10 weitere. Diese Schulausbildungen, sind im Gegensatz zur Primaryschool sehr teuer. Das Geld könnte dafür verwendet werden.
Also es wäre wie immer nett, wenn ihr mir eure Meinung darüber schreibt.
Und zum Schluss ein bisschen Schleichwerbung:D
Wenn ihr ein tolles Bier trinken wollt, mit netten, lustigen Leuten, dann auf auf...
in die Klamotte. AAahhh. Ich freu mich schon, in einem Monat wieder dort sein zu können!!
Diese tolle Kneipe findet ihr übrigens in Klotten an der Mosel. Hauptstrasse irgendwas ...
Ihr seid echt der Wahnsinn und unglaublich fleißige Trinker:D
Im Dezember 2012 gabs in einem schönen Ort an der Mosel eine lustige Idee: Der gesamte Erlös des Abends geht an ein paar liebe Kinder in Kenia...
Und der Erlös war riesig: 750 Euro!!
Echt der Hammer! Vielen lieben Dank für eure Unterstützung. Ich hoffe, ihr seit am nächsten Tag noch aus dem Bett gekommen.
Oh man. So viel Geld.
Leider habe ich nicht so viel Zeit, um es in verschiedene Projekte zu stecken. Deshalb habe ich mir die letzten 2 Wochen Zeit genommen, um ein paar Ideen zu sammeln.
1. Wir unterstützen nochmal Janet. Wir haben bereits ihr das erste Jahr Schule finanziert. Für das 2. und 3. Jahr zusammen bräuchte man insgesamt 600 Euro. In den Jahren würde sie selber parallel arbeiten gehen und das Geld für ihr letztes Schuljahr selber zusammenkratzen- Aber 2 Jahre wären schon eine Menge und würden ihr helfen, ihren Traum zu verwirklichen.
2.Ein Heimvater hier würde im nächsten Jahr gerne eine neue Arbeit starten. Er möchte in Nakuru Strassenkinder unterstützen. Mir gefallen seine Ansichten sehr und die meisten seiner bisherigen Ideen habe ich immer unterstützt. Er möchte nicht einfach ein Kinderheim bauen und dort alle Strassenkinder reinstecken. Vielmehr möchte er ein vorrübergehendes Haus haben, wo Strassenkinder wieder aufgepeppelt werden und anschließend sucht er Kontakt zu Verwandtschaft. Diese sollen das Kind dann ernähren und bekämen von ihm individuelle finanzielle Unterstützung. Z.b. würde er mit seinem Projekt dann das Schulgeld für das Kind bezahlen. Er hat jetzt 7 Jahre hier vor Ort gearbeitet und hat die nötige Erfahrung für dieses Projekt zu starten. Ein Startkapital für das Haus fände ich ziemlich gut.
3. Die einzigste sinnvolle Möglichkeit das Geld meiner Ansicht nach in unsere Kinder zu investieren wäre, das Geld für eines der Kinder in die Schulausbildung zu stecken. Das erste Kind kommt jetzt in eine sog. Secondary school. Nächstes Jahr sind es 10 weitere. Diese Schulausbildungen, sind im Gegensatz zur Primaryschool sehr teuer. Das Geld könnte dafür verwendet werden.
Also es wäre wie immer nett, wenn ihr mir eure Meinung darüber schreibt.
Und zum Schluss ein bisschen Schleichwerbung:D
Wenn ihr ein tolles Bier trinken wollt, mit netten, lustigen Leuten, dann auf auf...
in die Klamotte. AAahhh. Ich freu mich schon, in einem Monat wieder dort sein zu können!!
Diese tolle Kneipe findet ihr übrigens in Klotten an der Mosel. Hauptstrasse irgendwas ...
Freitag, 23. November 2012
Auf und Ab in Afrika
Hallo ihr lieben treuen Leser :D
also ich dachte, ich berichte euch mal so einges Neues. Ich habe fast nur noch 2 Monate hier in Kenia und es ist echt wahnsinn, wie schnell die Zeit vorbeistreicht. Ich kann es zwar kaum erwarten, wieder in Deutschland zu sein, aber es ist auch sehr schwer, sich von alldem hier zu verabschieden.
Natürlich vor allem von den Kids.
Und ich werde die erste Zeit wohl völlig mit der Pünktlichkeit überfordert sein. ABer ich habe ja in dieser Hinsicht eine sehr verständnisvolle Familie:D
Die letzte Zeit war wirklich sehr stressig mit vielen unterschiedlichen Aktionen.
Ich fange diesesmal an von der jüngsten zu berichten: und zwar von heute:
Gegen Mittag bin ich mit einem PikiPiki ins nächste Krankenhaus gefahren, um Einiges zu organisieren. Vor allem Medizin für die Kids. Auf jeden Fall habe ich zu diesem Zweck den Pikifahrer namens Meschak angerufen. Unter deutschen Teammembern wird er nur Mütze genannt, da er früher immer eine rote Mütze aufhatte. Dann hatte er einen schweren Unfall und die Mütze war weg. Der Name nicht.
Angeblich lag er im Koma nach dem Unfall, aber die Gerüchte gehen da vielleicht auch zu weit. Er schweigt dazu.
Das gute an diesem Fahrer sind folgende Eigenschaften: Er fährt sicher und gut, nur manchmal ein bisschen draufgängerisch, mag viel Geld verdienen, d.h. er fährt auch im strömenden Regen. Einmal kann ich mich erinnern, dass er wegen dem Wetter für 10 Minuten gewartet hat. Wenn man schnell was erledigen will ist es gut, ihn anzurufen. Man kommt zügig hin und zurück. Vom Krankenhaus zurück hat es heute allerdings etwas länger gedauert als die übliche halbe Stunde. Grund war folgendes Gespräch:
Meschak:"Hey Iwon (sie können es wohl nicht richtig aussprechen)... do you know how
drive a Piki?"
Ich: "No"
Meschek: "Sawa (sowas wie OK) then I will change now."
Ich: "Haha"
Meschak macht den Motor aus und zeigt mir, dass er es echt ernst meint!!
Er hat mir die Grundfunktionen erklärt: also wie man Gas gibt.
Das mit dem Gas geben und lenken hat wunderbar geklappt sodass ich 20 Minuten auf recht guter Strecke wunderbar klar kam. Die Leute lachten sich kaputt, dass 1. eine Frau und 2. eine Weiße mit dem PikiPiki fährt.
Nur einmal musste er mich bremsen, da ich dann doch etwas übermütig wurde und ein Rennen mit einem anderen Fahrer veranstalten wollte. Meschak nicht.
Dann wurde die Strasse schlechter. Es wurde holprig und ging richtig bergab. Also hab ich das gemacht, was ich am besten konnte: Ich schrie: "Problem, Problem." Meschak lachte sich blöderweise nur kaputt und antwortete "No Problem. No Problem." In einem hat er mir wenigstens freundlicherweise noch erklärt, wo die Bremse überhaupt ist.
Ist klar. Da hätte ich vielleicht vorher nachfragen können, aber sowas fiel mir blöderweise erst ein als wir den Berg mit viel Speed runterrasten.
Wir sind tatsächlich auf Station angekommen und morgen bringt er mich auf eine Verlobungsfeier. Ich hoffe, ich muss dann nicht nochmal fahren, da es mich echt Nerven gekostet hat. Wenn er ein normaldenkender Mensch wäre und nicht ein bisschen verrückt hätte es auch ihn einiges an Nerven gekostet. Ich schrie ihn unter anderem an dass er gefälligst mit den "No Problem"- Sprüchen aufhören soll, die würden uns nämlich nicht lebend ans Ziel bringen. Und er lachte nur. Seltsame Menschen gibt es hier auch!
So, dass war die heutige sehr witzige Aktion. Aber es folgen noch weitere: Ich war in einer Fußballmanschaft! Ganz offiziell. DIejenigen die mich schonmal Sport haben machen sehen, können sich wahrscheinlich jetzt schon vor Lachen kaum einkriegen, aber es stimmt leider. Ich bin eine absolute Niete in jeglichen Mannschaftssportarten. Das versuchte ich auch Caro zu erklären. Also bin ihc zum Training. Als dort am Anfang nur die Kids aus der 1. und 2. Klasse waren war ich sogar gar nicht so schlecht. Später hab ich erbarmungslos versagt. Doch das hinderte Caro nicht daran, mich in ihre Frauenmanschaft zu setzen. Wie gesagt. Seltsame Menschen.
Ihre Taktik: Ich bringe durch meine schlechte spielerische Leistung die gegnerische Mannschaft so zum Lachen, dass sie sich nicht mehr konzentrieren. Unteranderem habe ich meinen Fuß einmal einfach auf den Ball gestellt und zwar so feste, dass ihn mir niemand wegnehmen konnte, bis jemand aus meiner Mannschaft kam.
Also kam irgendwann der Tag des Grauens. Wir fuhren nach Tinderet, einer anderen Station von Diguna, ca. 3 Stunden Autofahrt entfernt.
Es regnete die meiste Zeit, als wir dortwaren. Das fiel dann auch den Organisatoren dort auf, sodass kurz und spontan, nach Digunaart also, ganz schnell Sägespähne in die Pfützen auf dem Feld gestreut wurden.
Unser erstes Spiel war gegen die Schüler der Tinderetschule. Alle jünger als wir. Das blöde war, sie waren gut. Also sie wollten sogar gewinnen. Seltsam. Wir waren der unorganisierte Haufen. Man stelle sich Asterix und Obelix mit dem ganzen Dorf vor einer Armee wohlorganisierter Römer vor. Nur das kein Zaubertrank vorhanden ist, und Obelix auch nix mehr an Kraft übrig hat. Also ein Haufen Chaoten gegenüber einer trainierten Armee. Ok, es waren im Prinzip nur Teenager. Doch das änderte leider nichts an der Tatsache, dass wir haushoch unterlegen waren. Es machte es nur noch peinlicher.
Gegen die Mannschaft Nummer 2 verloren wir überaschenderweise auch! Wer hätte das gedacht. Doch dann kam das Beste. Es regnete wie aus Eimern! Und das Spielfeld war trotz Sägespähne eine einzige Matschparty. Ich liebe Matschpartys!! Also spielten wir im strömenden Regen gegen die Truppe aus Tinderet. Es war super. Wir waren nur damit beschäftigt möglichst selten in den Schlamm zu fallen und irgendwie das Bild aufrechterhalten, wir würden Fußball spielen. Wir haben die meiste Zeit Lachflashs auf dem Feld bekommen und als das Spiel überaschenderweise mit 0:0 ausging war das beiden Mannschaften ziemlich egal. WIr hatten unseren Spass! Und wer hätte das gedacht: wir waren disqualifiziert für das Finale!
Doch die meisten waren ziemlich traurig darüber. Es kamen Kommentare von anderen Stationen wie: "Oh wie? Ihr spielt morgen gar nicht? Dann haben wir ja gar nichts zu lachen..." und diese Kommentare waren ernst gemeint. Wenn unser Spiel nicht viel Wert an sportlerischen Leistung hatte, so hatte es doch umso mehr Unterhaltungswert.
Aber es gab in letzter Zeit nicht nur Dinge zum Lachen. Mein Dauersorgenkind Emmanuel hat mir mal wieder mehr als nur Kopfschmerzen bereitet. In den letzten Monaten ging es zwar steil bergauf mit ihm, doch ich musste auch merken, dass er sich oft krankstellt um Aufmerksamkeit zu bekommen. Er fängt einfach an zu weinen und hat im Prinzip keinen Grund dafür. Es ist sehr schwierig mit ihm in solchen Phasen umzugehen, da man nicht immer einschätzen kann, ob wirklich nichts ist. Wenn man es richtig eingeschätzt hat, und man ignoriert ihn, spielt er häufig im nächsten Moment lustig und fröhlich mit anderen Kindern. Eine zeitlang hatte er die für ihn vielleicht lustige Angewohnheit, sich verschiedene Dinge in seine Ohren zu stopfen. Nachdem wir zum 4. ten Mal mit ihm beim Ohrenarzt waren, zeigte mir der Arzt wie ich selber eine Ohrspülung durchführen kann. Ich war so entnervt, fast jede Woche mit ihm zum Arzt zu fahren und andauernd gegen eine Infektion anzukämpfen in seinen Ohren, dass es mir echt zu bunt wurde. Er wusste, dass er einen tollen, interessanten Tagesausflug in die Stadt bekommt, wenn er sich was in die Ohren tut. Damit sollte dann einfach mal Schluss sein. Und wer hätte es gedacht: Eine Woche später hat er sich wiedermal Watte in die Ohren gesteckt. Also habe ich es selber rausbekommen. Es hat ihm weh getan. Tja. Das war das letzte Mal, dass er eine solche Idee hatte. Die Ohren sind wieder ok, keine Infektion mehr drinnen, keine Watte, kein blaues undefinierbares Zeug, einfach nichts mehr.
Als er zwei Wochen später wiedermal einfach anfing zu weinen wusste ich nicht, ob es diesesmal was Ernstes ist. ALso erstmal abwarten. Und sieheda. Er spielte wieder fröhlich mit anderen Kindern. Als die Kindergärtnerin mir erzählte, dass er sehr müde an dem Tag war war es schon ein bisschen komisch. Aber er spielte trotzdem fröhlcih mit den anderen zusammen. Am nächsten Tag war er wieder so müde. Lydia checkte seinen Puls und er war leicht erhöht. Ich machte mir Sorgen und bin nachmittags nochmals hin. Der Puls war immernoch hoch und der Blutdruck etwas zu niedrig. Ich checkte seine Augenlieder und musste leider sehen, dass sie weiß waren. Meiner Meinung nach richtig weiß, was auf eine Anämie schließen lässt. Doch das bei schwarzen Menschen einzuschätzen, wie stark die Anämie ist, habe ich mir in dem Moment nicht zugetraut. Also rief ich Jenipher an, die eine halbe Stunde später kam. Sie sah auch, dass es sehr weiß war und wusste nicht, ob wir ihn abends noch ins Krankenhaus schicken sollten, oder erst am nächsten Tag. Ich entschied für den gleichen Abend, weil ich sonst eh keine ruhige Minute gehabt hätte. Wir fuhren ins Krankenhaus. Auf dem Weg machte Emmanuel noch Späße mit uns und wollte uns überreden anstadt nach Eldoret zu seinem Papa zu fahren. Er war richtig gut drauf. Als wir das Ergebnis vom Blut war es dann wirklich ein Schock: HB von 2,3! Für die Nichtfachmenschen von euch: Katastrophe! Dass dieser Junge noch in den Kindergarten gegangen ist, und nicht nur im Bett gelegen hat, sondern alles ganz normal durchgezogen hat grenzt an ein Wunder. Und es grenzt an ein Wunder, dass wir es überhaupt entdeckt haben. Nicht jedes Kind, was mal müde und ein bisschen erhöhten Puls hat, wird direkt darauf untersucht. Naja however. Es war echt eine harte Situation. Noch härter war, dass die Krankenschwestern und Ärzte die absolute Ruhe bewart haben. Nein, er wurde nicht unter Beobachtung gestellt, wir kamen in ein Hinterzimmer wo wir eine halbe Stunde warten sollten, bis das Blut bereit ist. Also hab ich unentwegt auf den Jungen geschaut. Ich musste einfach sichersein, dass er noch atmet. Nach 10 Minuten kam ich an meine Grenzen. Ich konnte einfach nicht mehr. ALso was tun. Ich musste sofort an die Luft. Ich sagte den anderen Beiden, dass ich rausgehe. Danach kamen Minuten, an die ich mich wohl mein Leben lang erinnern kann. ICh ging vor das Krankenhaus, es war schon mitten in der Nacht, und ich fing erstmal an zu weinen. Seltsames Bild. Heute kann ich darüber schmunzeln. Aber in dem Moment hatte ich richtig Angst um das Leben dieses Jungen. Mir fiel nichts Besseres ein, als zu beten. Also habe ich gebetet. Und habe Basti geschrieben, er solle auch beten. Und Lydia. Und Jenny. Was soll man auch sonst mitten in Kenia tun, wenn man einfach nicht mehr weiter weiß. Als ich dies tat, war ich mir irgendwie sicher: Emmanuel wird überleben. Ich kann es nicht genau erklären. Die nicht gläubigen Menschen werden das wohl auch kaum nachvollziehen können, aber ich kann es nur so erklären, wie ich es erlebt habe. Zurück im Zimmer war die Angst völlig verschwunden. AUch als wir 2 Stunden anstatt einer halben Stunde warten mussten, war es ok. Ich wusste, alles wird gut werden. Und das hat nichts damit zu tun, dass ich leichtfertig mit der Situation umgegangen wäre oder einfach eine Alles-egal-Einstellung bekommen hätte. Es war alles in Gottes Hand. Er war insgesamt 4 Tage in dem Krankenhaus. Er hat 2 Bluttransfusionen bekommen. Ursache war eine ´sehr seltene Nebenwirkung der HIV-Medikamente. Die Blutarmut ist sehr kurzfristig und sehr rapide aufgetreten. Heute geht es ihm wieder richtig gut.
Eine Nacht habe ich dann auch im Krankenhaus verbracht. Es war eine sehr interessante Erfahrung. Mit 8 Betten in einer Abteilung zu sein und ein gemeinsames Waschbecken zu benutzen. Das Fenster war kaputt, sodass die ganze Nacht Durchzug herrschte. Der Klo war so ekelig, dass ich nur mit festen Schuhen reingegangen bin. ALs unser Waschbecken verstopft war grenzte das an eine Katastrophe! Im Waschbecken wurde auch das ganze Besteck, dass man selbst mitbringen muss, gewaschen! Und doch durften Emmanuel und ich uns glücklich schätzen: wir hatten unser eigenes Bett! Wenn das Krankenhaus nämlich voll ist, muss man sein Bett mit anderen Leuten teilen. Puh. Das wäre blöd gewesen.
Und es war auch interessant zu sehen, was für andere Kinder dort sind. Ein Mädchen lag direkt gegenüber. Sie war im wahrsten Sinne nur noch Haut und Knochen. Man konnte die ganzen Knochenformen genau sehen. SOwas sieht man höchstens auf den schlimmsten Fotos aus der 3ten Welt. Ursache war bei ihr jedoch keine Unterernährung sondern eine schwere Tuberkulose. Die Familie kümmerte sich rührend um sie und taten ihr Bestmöglichstes. Ich werde sie hoffentlich noch besuchen können.
Das Kind, was quasi parallel mit Emmanuel eingeliefert wurde und mit uns im selben Hinterzimmer bei der Einlieferung warten musste, ist eines Morgens gestorben. Keiner weiß die Ursache und das Kind musste im Zimmer mit vielen anderen fremden Menschen sterben. Das wäre in Deutschland natürlich ein Ding der Unmöglichkeit!
Kurzer Bericht über eure Spenden: Die Kinder waren absolut begeistert vom Ausflug. Bilder und Bericht folgen in Kürze!
also ich dachte, ich berichte euch mal so einges Neues. Ich habe fast nur noch 2 Monate hier in Kenia und es ist echt wahnsinn, wie schnell die Zeit vorbeistreicht. Ich kann es zwar kaum erwarten, wieder in Deutschland zu sein, aber es ist auch sehr schwer, sich von alldem hier zu verabschieden.
Natürlich vor allem von den Kids.
Und ich werde die erste Zeit wohl völlig mit der Pünktlichkeit überfordert sein. ABer ich habe ja in dieser Hinsicht eine sehr verständnisvolle Familie:D
Die letzte Zeit war wirklich sehr stressig mit vielen unterschiedlichen Aktionen.
Ich fange diesesmal an von der jüngsten zu berichten: und zwar von heute:
Gegen Mittag bin ich mit einem PikiPiki ins nächste Krankenhaus gefahren, um Einiges zu organisieren. Vor allem Medizin für die Kids. Auf jeden Fall habe ich zu diesem Zweck den Pikifahrer namens Meschak angerufen. Unter deutschen Teammembern wird er nur Mütze genannt, da er früher immer eine rote Mütze aufhatte. Dann hatte er einen schweren Unfall und die Mütze war weg. Der Name nicht.
Angeblich lag er im Koma nach dem Unfall, aber die Gerüchte gehen da vielleicht auch zu weit. Er schweigt dazu.
Das gute an diesem Fahrer sind folgende Eigenschaften: Er fährt sicher und gut, nur manchmal ein bisschen draufgängerisch, mag viel Geld verdienen, d.h. er fährt auch im strömenden Regen. Einmal kann ich mich erinnern, dass er wegen dem Wetter für 10 Minuten gewartet hat. Wenn man schnell was erledigen will ist es gut, ihn anzurufen. Man kommt zügig hin und zurück. Vom Krankenhaus zurück hat es heute allerdings etwas länger gedauert als die übliche halbe Stunde. Grund war folgendes Gespräch:
Meschak:"Hey Iwon (sie können es wohl nicht richtig aussprechen)... do you know how
drive a Piki?"
Ich: "No"
Meschek: "Sawa (sowas wie OK) then I will change now."
Ich: "Haha"
Meschak macht den Motor aus und zeigt mir, dass er es echt ernst meint!!
Er hat mir die Grundfunktionen erklärt: also wie man Gas gibt.
Das mit dem Gas geben und lenken hat wunderbar geklappt sodass ich 20 Minuten auf recht guter Strecke wunderbar klar kam. Die Leute lachten sich kaputt, dass 1. eine Frau und 2. eine Weiße mit dem PikiPiki fährt.
Nur einmal musste er mich bremsen, da ich dann doch etwas übermütig wurde und ein Rennen mit einem anderen Fahrer veranstalten wollte. Meschak nicht.
Dann wurde die Strasse schlechter. Es wurde holprig und ging richtig bergab. Also hab ich das gemacht, was ich am besten konnte: Ich schrie: "Problem, Problem." Meschak lachte sich blöderweise nur kaputt und antwortete "No Problem. No Problem." In einem hat er mir wenigstens freundlicherweise noch erklärt, wo die Bremse überhaupt ist.
Ist klar. Da hätte ich vielleicht vorher nachfragen können, aber sowas fiel mir blöderweise erst ein als wir den Berg mit viel Speed runterrasten.
Wir sind tatsächlich auf Station angekommen und morgen bringt er mich auf eine Verlobungsfeier. Ich hoffe, ich muss dann nicht nochmal fahren, da es mich echt Nerven gekostet hat. Wenn er ein normaldenkender Mensch wäre und nicht ein bisschen verrückt hätte es auch ihn einiges an Nerven gekostet. Ich schrie ihn unter anderem an dass er gefälligst mit den "No Problem"- Sprüchen aufhören soll, die würden uns nämlich nicht lebend ans Ziel bringen. Und er lachte nur. Seltsame Menschen gibt es hier auch!
So, dass war die heutige sehr witzige Aktion. Aber es folgen noch weitere: Ich war in einer Fußballmanschaft! Ganz offiziell. DIejenigen die mich schonmal Sport haben machen sehen, können sich wahrscheinlich jetzt schon vor Lachen kaum einkriegen, aber es stimmt leider. Ich bin eine absolute Niete in jeglichen Mannschaftssportarten. Das versuchte ich auch Caro zu erklären. Also bin ihc zum Training. Als dort am Anfang nur die Kids aus der 1. und 2. Klasse waren war ich sogar gar nicht so schlecht. Später hab ich erbarmungslos versagt. Doch das hinderte Caro nicht daran, mich in ihre Frauenmanschaft zu setzen. Wie gesagt. Seltsame Menschen.
Ihre Taktik: Ich bringe durch meine schlechte spielerische Leistung die gegnerische Mannschaft so zum Lachen, dass sie sich nicht mehr konzentrieren. Unteranderem habe ich meinen Fuß einmal einfach auf den Ball gestellt und zwar so feste, dass ihn mir niemand wegnehmen konnte, bis jemand aus meiner Mannschaft kam.
Also kam irgendwann der Tag des Grauens. Wir fuhren nach Tinderet, einer anderen Station von Diguna, ca. 3 Stunden Autofahrt entfernt.
Es regnete die meiste Zeit, als wir dortwaren. Das fiel dann auch den Organisatoren dort auf, sodass kurz und spontan, nach Digunaart also, ganz schnell Sägespähne in die Pfützen auf dem Feld gestreut wurden.
Unser erstes Spiel war gegen die Schüler der Tinderetschule. Alle jünger als wir. Das blöde war, sie waren gut. Also sie wollten sogar gewinnen. Seltsam. Wir waren der unorganisierte Haufen. Man stelle sich Asterix und Obelix mit dem ganzen Dorf vor einer Armee wohlorganisierter Römer vor. Nur das kein Zaubertrank vorhanden ist, und Obelix auch nix mehr an Kraft übrig hat. Also ein Haufen Chaoten gegenüber einer trainierten Armee. Ok, es waren im Prinzip nur Teenager. Doch das änderte leider nichts an der Tatsache, dass wir haushoch unterlegen waren. Es machte es nur noch peinlicher.
Gegen die Mannschaft Nummer 2 verloren wir überaschenderweise auch! Wer hätte das gedacht. Doch dann kam das Beste. Es regnete wie aus Eimern! Und das Spielfeld war trotz Sägespähne eine einzige Matschparty. Ich liebe Matschpartys!! Also spielten wir im strömenden Regen gegen die Truppe aus Tinderet. Es war super. Wir waren nur damit beschäftigt möglichst selten in den Schlamm zu fallen und irgendwie das Bild aufrechterhalten, wir würden Fußball spielen. Wir haben die meiste Zeit Lachflashs auf dem Feld bekommen und als das Spiel überaschenderweise mit 0:0 ausging war das beiden Mannschaften ziemlich egal. WIr hatten unseren Spass! Und wer hätte das gedacht: wir waren disqualifiziert für das Finale!
Doch die meisten waren ziemlich traurig darüber. Es kamen Kommentare von anderen Stationen wie: "Oh wie? Ihr spielt morgen gar nicht? Dann haben wir ja gar nichts zu lachen..." und diese Kommentare waren ernst gemeint. Wenn unser Spiel nicht viel Wert an sportlerischen Leistung hatte, so hatte es doch umso mehr Unterhaltungswert.
Aber es gab in letzter Zeit nicht nur Dinge zum Lachen. Mein Dauersorgenkind Emmanuel hat mir mal wieder mehr als nur Kopfschmerzen bereitet. In den letzten Monaten ging es zwar steil bergauf mit ihm, doch ich musste auch merken, dass er sich oft krankstellt um Aufmerksamkeit zu bekommen. Er fängt einfach an zu weinen und hat im Prinzip keinen Grund dafür. Es ist sehr schwierig mit ihm in solchen Phasen umzugehen, da man nicht immer einschätzen kann, ob wirklich nichts ist. Wenn man es richtig eingeschätzt hat, und man ignoriert ihn, spielt er häufig im nächsten Moment lustig und fröhlich mit anderen Kindern. Eine zeitlang hatte er die für ihn vielleicht lustige Angewohnheit, sich verschiedene Dinge in seine Ohren zu stopfen. Nachdem wir zum 4. ten Mal mit ihm beim Ohrenarzt waren, zeigte mir der Arzt wie ich selber eine Ohrspülung durchführen kann. Ich war so entnervt, fast jede Woche mit ihm zum Arzt zu fahren und andauernd gegen eine Infektion anzukämpfen in seinen Ohren, dass es mir echt zu bunt wurde. Er wusste, dass er einen tollen, interessanten Tagesausflug in die Stadt bekommt, wenn er sich was in die Ohren tut. Damit sollte dann einfach mal Schluss sein. Und wer hätte es gedacht: Eine Woche später hat er sich wiedermal Watte in die Ohren gesteckt. Also habe ich es selber rausbekommen. Es hat ihm weh getan. Tja. Das war das letzte Mal, dass er eine solche Idee hatte. Die Ohren sind wieder ok, keine Infektion mehr drinnen, keine Watte, kein blaues undefinierbares Zeug, einfach nichts mehr.
Als er zwei Wochen später wiedermal einfach anfing zu weinen wusste ich nicht, ob es diesesmal was Ernstes ist. ALso erstmal abwarten. Und sieheda. Er spielte wieder fröhlich mit anderen Kindern. Als die Kindergärtnerin mir erzählte, dass er sehr müde an dem Tag war war es schon ein bisschen komisch. Aber er spielte trotzdem fröhlcih mit den anderen zusammen. Am nächsten Tag war er wieder so müde. Lydia checkte seinen Puls und er war leicht erhöht. Ich machte mir Sorgen und bin nachmittags nochmals hin. Der Puls war immernoch hoch und der Blutdruck etwas zu niedrig. Ich checkte seine Augenlieder und musste leider sehen, dass sie weiß waren. Meiner Meinung nach richtig weiß, was auf eine Anämie schließen lässt. Doch das bei schwarzen Menschen einzuschätzen, wie stark die Anämie ist, habe ich mir in dem Moment nicht zugetraut. Also rief ich Jenipher an, die eine halbe Stunde später kam. Sie sah auch, dass es sehr weiß war und wusste nicht, ob wir ihn abends noch ins Krankenhaus schicken sollten, oder erst am nächsten Tag. Ich entschied für den gleichen Abend, weil ich sonst eh keine ruhige Minute gehabt hätte. Wir fuhren ins Krankenhaus. Auf dem Weg machte Emmanuel noch Späße mit uns und wollte uns überreden anstadt nach Eldoret zu seinem Papa zu fahren. Er war richtig gut drauf. Als wir das Ergebnis vom Blut war es dann wirklich ein Schock: HB von 2,3! Für die Nichtfachmenschen von euch: Katastrophe! Dass dieser Junge noch in den Kindergarten gegangen ist, und nicht nur im Bett gelegen hat, sondern alles ganz normal durchgezogen hat grenzt an ein Wunder. Und es grenzt an ein Wunder, dass wir es überhaupt entdeckt haben. Nicht jedes Kind, was mal müde und ein bisschen erhöhten Puls hat, wird direkt darauf untersucht. Naja however. Es war echt eine harte Situation. Noch härter war, dass die Krankenschwestern und Ärzte die absolute Ruhe bewart haben. Nein, er wurde nicht unter Beobachtung gestellt, wir kamen in ein Hinterzimmer wo wir eine halbe Stunde warten sollten, bis das Blut bereit ist. Also hab ich unentwegt auf den Jungen geschaut. Ich musste einfach sichersein, dass er noch atmet. Nach 10 Minuten kam ich an meine Grenzen. Ich konnte einfach nicht mehr. ALso was tun. Ich musste sofort an die Luft. Ich sagte den anderen Beiden, dass ich rausgehe. Danach kamen Minuten, an die ich mich wohl mein Leben lang erinnern kann. ICh ging vor das Krankenhaus, es war schon mitten in der Nacht, und ich fing erstmal an zu weinen. Seltsames Bild. Heute kann ich darüber schmunzeln. Aber in dem Moment hatte ich richtig Angst um das Leben dieses Jungen. Mir fiel nichts Besseres ein, als zu beten. Also habe ich gebetet. Und habe Basti geschrieben, er solle auch beten. Und Lydia. Und Jenny. Was soll man auch sonst mitten in Kenia tun, wenn man einfach nicht mehr weiter weiß. Als ich dies tat, war ich mir irgendwie sicher: Emmanuel wird überleben. Ich kann es nicht genau erklären. Die nicht gläubigen Menschen werden das wohl auch kaum nachvollziehen können, aber ich kann es nur so erklären, wie ich es erlebt habe. Zurück im Zimmer war die Angst völlig verschwunden. AUch als wir 2 Stunden anstatt einer halben Stunde warten mussten, war es ok. Ich wusste, alles wird gut werden. Und das hat nichts damit zu tun, dass ich leichtfertig mit der Situation umgegangen wäre oder einfach eine Alles-egal-Einstellung bekommen hätte. Es war alles in Gottes Hand. Er war insgesamt 4 Tage in dem Krankenhaus. Er hat 2 Bluttransfusionen bekommen. Ursache war eine ´sehr seltene Nebenwirkung der HIV-Medikamente. Die Blutarmut ist sehr kurzfristig und sehr rapide aufgetreten. Heute geht es ihm wieder richtig gut.
Eine Nacht habe ich dann auch im Krankenhaus verbracht. Es war eine sehr interessante Erfahrung. Mit 8 Betten in einer Abteilung zu sein und ein gemeinsames Waschbecken zu benutzen. Das Fenster war kaputt, sodass die ganze Nacht Durchzug herrschte. Der Klo war so ekelig, dass ich nur mit festen Schuhen reingegangen bin. ALs unser Waschbecken verstopft war grenzte das an eine Katastrophe! Im Waschbecken wurde auch das ganze Besteck, dass man selbst mitbringen muss, gewaschen! Und doch durften Emmanuel und ich uns glücklich schätzen: wir hatten unser eigenes Bett! Wenn das Krankenhaus nämlich voll ist, muss man sein Bett mit anderen Leuten teilen. Puh. Das wäre blöd gewesen.
Und es war auch interessant zu sehen, was für andere Kinder dort sind. Ein Mädchen lag direkt gegenüber. Sie war im wahrsten Sinne nur noch Haut und Knochen. Man konnte die ganzen Knochenformen genau sehen. SOwas sieht man höchstens auf den schlimmsten Fotos aus der 3ten Welt. Ursache war bei ihr jedoch keine Unterernährung sondern eine schwere Tuberkulose. Die Familie kümmerte sich rührend um sie und taten ihr Bestmöglichstes. Ich werde sie hoffentlich noch besuchen können.
Das Kind, was quasi parallel mit Emmanuel eingeliefert wurde und mit uns im selben Hinterzimmer bei der Einlieferung warten musste, ist eines Morgens gestorben. Keiner weiß die Ursache und das Kind musste im Zimmer mit vielen anderen fremden Menschen sterben. Das wäre in Deutschland natürlich ein Ding der Unmöglichkeit!
Kurzer Bericht über eure Spenden: Die Kinder waren absolut begeistert vom Ausflug. Bilder und Bericht folgen in Kürze!
Mittwoch, 31. Oktober 2012
Noch eine Idee für eure Spenden...
Hallo!
Also, ich hätte noch eine Idee was man mit dem Geld Sinnvolles anfangen könnte und würde mich wie immer über eine Rückmeldung echt freuen...
Ich habe realisiert, dass von unseren mittlerweile 50 Kindern immer bestimmte Kinder im Vordergrund stehen. Z.B. Oscar, weil er der Älteste ist, Phoebe, weil sie hübsch ist und gut tanzen kann, Abigail, weil sie frech und lustig ist, ...
Aber es gibt einfach auch Kinder, die nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen und oft im Hintergrund stehen, ohne dass man sie großartig bemerkt. Und damit auch diese Kinder auf ihre Kosten kommen (was die Heimeltern natürlich im Alltag auch versuchen, aber es ist auch oft schwierig) hatten wir die Idee mit ihnen einen kurzen Ausflug mit Übernachtung nach Nakuru zu unternehmen. In Nakuru ist ein kleiner Nationalpark und die Kids würden sich riesig darüber freuen, mal etwas anderes zu Gesicht zu bekommen.
Und diesen Trip könnten wir halt von den Spenden organisieren. Es wären ungefähr 20 Kinder die mitkommen würden. Insgesamt wird es um die 250 Euro kosten. Also inklusive Fahrtkosten und Eintritt für die Kinder und ein paar Aufsichtspersonen..
Was haltet ihr davon?
Bericht mit Bildern würde natürlich folgen...
Kiki
Also, ich hätte noch eine Idee was man mit dem Geld Sinnvolles anfangen könnte und würde mich wie immer über eine Rückmeldung echt freuen...
Ich habe realisiert, dass von unseren mittlerweile 50 Kindern immer bestimmte Kinder im Vordergrund stehen. Z.B. Oscar, weil er der Älteste ist, Phoebe, weil sie hübsch ist und gut tanzen kann, Abigail, weil sie frech und lustig ist, ...
Aber es gibt einfach auch Kinder, die nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen und oft im Hintergrund stehen, ohne dass man sie großartig bemerkt. Und damit auch diese Kinder auf ihre Kosten kommen (was die Heimeltern natürlich im Alltag auch versuchen, aber es ist auch oft schwierig) hatten wir die Idee mit ihnen einen kurzen Ausflug mit Übernachtung nach Nakuru zu unternehmen. In Nakuru ist ein kleiner Nationalpark und die Kids würden sich riesig darüber freuen, mal etwas anderes zu Gesicht zu bekommen.
Und diesen Trip könnten wir halt von den Spenden organisieren. Es wären ungefähr 20 Kinder die mitkommen würden. Insgesamt wird es um die 250 Euro kosten. Also inklusive Fahrtkosten und Eintritt für die Kinder und ein paar Aufsichtspersonen..
Was haltet ihr davon?
Bericht mit Bildern würde natürlich folgen...
Kiki
Freitag, 19. Oktober 2012
Ein kurzer Film nur über Ngchek... Made by Peter Kloos
http://www.youtube.com/watch?v=PcbD4l5P7tI&feature=plcp
Donnerstag, 4. Oktober 2012
Mombasa, Hochzeit, und andere lustige Dinge
Hallo ihr Lieben,...
Jaja, ich weiß... ich soll mich endlich mal wieder melden, ... "haben schon so lange nichts mehr gehört..." "Denkst du überhaupt noch an uns?!?"
Also: ES TUT MIR LEID! Ich denke schrecklich oft an euch alle, doch irgendwie war die letzte Zeit vom Programm her etwas vollgestopft.
Also zunächst mal war ich ein paar Tage in Deutschland um meine entzückende Nichte Fiona kennenzulernen.
Ok, und um ein Bier zu trinken,
eine Runde Geocaching mit dem Hannes zu machen,
und im Murphys zu sein,
und eigentlich auch in den Schinderhannes zu gehen (leider nicht in die Tat umgesetzt.),
mich zum Eis mit netten Kollegen treffen,
nochmal richtige Kroketten und Pizza zu essen
und den Elvis zu knuddeln. Auch ein paar Menschen wurden geknuddelt:D
Auf jeden Fall war die Zeit in good old Germany echt toll und auch wenns ziemlich stressig war und alles andere als Urlaub fand ich es sehr schön, viele Menschen/Hunde wiederzusehen, die man während einem halben Jahr echt vermissen kann!
Zurück in Kenya freute ich mich schon riesig auf den Mombasa Urlaub. Doch so einfach war es dann doch nicht. Angekommen war nämlich nur ich am Flughafen in Nairobi und leider nicht mein Gepäck. Also musste ich eine Nacht in Mbagathi (neben Nairobi) übernachten und erst Sonntags wieder Richtung Ngechek fahren. Bepackt mit schwerem Gepäck ging es dann mittels öffentlichem Matatu rauf nach Eldoret. Nach 6 Stunden Fahrt dort angekommen ging es weiter mit einem anderen Matatu nach Mosoriot. Und dort wurde ich abgeholt. Fix und fertig angekommen war ich doch wirklich sehr froh alle wiederzusehen.
Wobei alle ist etwas übertrieben: Die Kinder waren für die Ferien zu Hause und so waren wir doch recht alleine. Macht aber nix, durch neue Teammitglieder hatten wir sehr viel zu erzählen und kennenzulernen. Aber obwohl es so schön war hatte ich nur den Montag um mich ein bisschen auszuruhen.
Dienstags gings wieder Richtung Süden.
6 Stunden Fahrt nach Mbagathi. Und etwas nebenbei: Ich mag Mbagathi nicht. Es ist städtisch, es ist laut, es sind viele Menschen dort, und es ist nicht Ngechek! Aber wir übernachteten dort nur um dann Mittwochs früh (5 Uhr) mit Bussen nach Mombasa zu fahren. Wir waren eine riesige Truppe. Insgesamt von 3 Stationen kamen die Leute mit und Ngechek war dabei die Kleinste. Nach 10 Stunden Autofahrt sind wir auch endlich angekommen. Ein Bus war ein bisschen länger unterwegs: 15 Stunden. Absoluter Wahnsinn. Doch vor uns lag Urlaub.
Dachte ich.
Bis dann Imke ankam und fragte ob ich mit ihr zusammen als Krankenschwester vor Ort zuständig sein möchte. Klar, wird wohl nicht viel sein.
Dachte ich.
Mal wieder falsch gedacht. Als Imke dann wegen gesundheitlichen Gründen auch noch ausviel, sprang zum Glück Maria ein. Aber von Urlaub konnte ich dann echt nicht mehr sprechen. Aber als Entschädigung waren wir an einem traumhaften Strand und hatten echt viel Spass untereinandern.
Und wir konnten echt viele andere Leute kennenlernen. Doch komisch war es schon ein bisschen. Wir konnten ja nicht einfach mir nichts, dir nichts, im Bikini darum springen, wenn wir sonst uns an Kleidungsvorschriften halten. Im Bikini da rumlaufen und eine Woche später mit Kenianern wieder arbeiten, nachdem sie einen so gesehen haben: keine wirklich gute Idee.
Ich meine in Deutschland: kein Thema. Doch hier sieht man einen dann als Freiwild, und darauf hatte weder ich, noch irgendsonst ein Mädel von unserem Team Lust. Also immer brav mit Shirt oder Top schwimmen gehen.
Nach einer Woche voller Spass und Albernheiten sind wir dann zurückgefahren. Halt, ich bin mit Lydia und noch ein paar Anderen einen Tag früher abgereist, damit jemand auf Station ist, wenn die Kinder wieder zurück aus den Ferien kommen. Doch unsere Tour war dafür ohne Pause in Mbagathi. Nach 15 Stunden anstrengender Matatufahrt kamen wir fix und fertig in Ngechek an.
Die Kinder habe ich schon sehr vermisst und war heilfroh als wieder Leben in die Station kam. Die meisten haben ihre Ferien bei den Verwandten sehr genossen und es hat echt gut geklappt. Aber mit Ausruhen war nicht viel.
Die erste Schulwoche war voll gepackt mit Vorbereitungen auf die kenianische Hochzeit am Samstag. Es sollte eine riesige Hochzeit mit 600 Gästen werden. Was hier aber riesig heißt sollten wir Deutschen erst noch am eigenen Leib erfahren.
Und natürlich, wie es sich für eine kenianische Hochzeit gehört, waren wir alle recht spät dran. Pünktlichkeit hätte ich eh für übertrieben und spießig gehalten in Kenia. Und natürlich ist eines unserer Autos dank einem Spritproblem hängengeblieben (der Sprit war wohl mit irgendwas gestreckt woren...). Und so trafen wir alle relativ pünktlich so gegen viertel nach 10 in Eldoret in der Kirche ein. 10 Uhr sollte der Gottesdienst beginnen, aber wir waren so ziemlich die Ersten vor Ort. Um halb 11 waren dann tatsächlich schon alle da. Nur einer nicht: Der Pastor. Blöd. Als man ihn angerufen hat war dieser sehr überrascht. Natürlich war 10 Uhr ausgemacht, aber in Kenia bedeutet das, dass man vielleicht, wenn man viel Wert auf Zeit legt, so um 11 Uhr anfängt. Aber das tun die Meisten ja nicht, Wert auf eine Uhrzeit legen... Aber er beeilte sich und so konnte die Zeremonie beginnen. Ok, die Braut war wunderschön (eine aus unserem Team) und der Bräutigam war natürlich auch sehr nervös (unser Teamleiter), wie sich das gehört.
Aber für meinen persönlichen Geschmack, war das Ganze sehr unafrikanisch und dafür sehr amerikanisch. Und so ein Amerika- Fan bin ich leider nicht. Doch für die Kenianer war es eine absolute Traumhochzeit, und darauf kommt es schließlich an. Und auch wir Deutschen kamen auf unsere Kosten. Da unser Teamleiter ein Massai ist, waren auch so seine halbe Verwandtschaft vor Ort. Und die führten einen richtig traditionellen Massaitanz auf. Echt super. Genau so, wie man sich als Tourist einen afrikanischen Stamm so vorstellt.
Zurück auf Station gabs dann erstmal eine böse Überraschung. Anstatt der erwarteten 600 Gäste waren es weitaus mehr. So um die 1100. In Deutschland werden brav Einladungen verteilt und häufig noch Sitzordnungen aufgestellt. Das funktioniert hier mal grad gar nicht. Es gibt keine Einladungen, sondern es ist jeder eingeladen:
1. Verwandte, Freunde, ... (aber wirklich die gaaanze Verwandtschaft, inklusive
Groß-groß-Cousin, Schwägerin des Groß-groß-Cousins..)
2. Jeder, der mal etwas mit Ihnen zu tun hatte (und sei es nur ein Smalltalk auf
dem Feld)
3. Jeder, der etwas mit Ihnen gerne zu tun haben würde (nach meiner Meinung)
4. Jeder, der gerne etwas essen will, und auch noch Massais sehen möchte.
Dafür geht die Hochzeit nicht allzu lange. Um halb 6 abends war schon Schluss und das war eine recht lange Feier. Und von der eigentlichen Feier haben wir als Team so gut wie nichts mitbekommen, da wir eigentlich nur mit Essen servieren beschäftigt waren... Natürlich sehr schade, dass wir die ganzen Reden verpasst haben. Und das von Leuten, die in solchen Momenten das Bedürfnis haben, etwas zu sagen. Und das sind echt viele. Und natürlich auf Swahili, wenn man Glück hat. Meistens aber eher auf Kalenjin oder Massai, sodass man wirklich gaaar nichts versteht. Doch für Emelie und Amos (das Hochzeitspaar :D ) war es ein absolut perfekter Tag, und das ist schließlich die Hauptsache.
Nach der Hochzeit kam dann so langsam der Alltag wieder.
Dachte ich. (Vielleicht sollte ich weniger denken)
Nix da. Freitags ging es dann richtig los. Wie ich ja schon letztes Mal geschrieben habe, wollten wir ein Haus für eine alte Frau und ihren Mann bauen. Und das sind wir dann direkt mal angegangen.
Das Impact- Team, bestehend aus lauter jungen, motivierten (mehr oder weniger) Leuten, machten sich Freitags morgens auf in die Nachbarschaft, um ein anständiges Haus zu erstellen. Die Pfeiler waren dank fleißiger Hände schon vorbereitet, damit wir auch fertig werden.
Aber es gab auch wirklich genug zu tun. Zunächst mal muss man Holzstöckchen an die Pfeiler annageln. Und das muss man erstmal lernen. Aber mit einiger Unterstützung von Caro habe ich tatsächlich nach einiger Zeit den Nagel auf den Kopf getroffen :D
Zwischen die Holzstücke wird dann die Wand `gemauert`... es werden die unteren 30 cm der Wand mit Graßstücken ausgestopft. Anschließend kommt es zum spaßigen Teil: es wird Matope hergestellt. Also vor allen Dingen viel Matsch und Spass für uns!!
Das Matope besteht eigentlich wirklich nur aus Wasser und Erde, was man schön zusammen mischt. Erinnert irgendwie an einen Hüttenbau in der Kindheit. Aber es hält hier wirklich. Und während wir fleißig den Matsch in die Wand geformt haben, waren die Männer auch nicht untätig: Sie befestigten das Dach.
Alles in allem waren wir Samstags fertig mit unserem Werk, und ich denke, es kann sich auch sehen lassen!
Ok, es ist noch nicht ganz fertig. Nach ca. 2-3 Monaten ist der Matsch richtig hart und die Wände werden verputzt. Und ein Boden wird noch reingelegt...
Also dank eurer Unterstützung wohnt dieses Ehepaar jetzt unter einem richtigen Dach und ich werde noch Bilder posten, wenn es komplett fertig ist (mit Boden und Einrichtung usw.), aber vielen lieben Dank nach Deutschland. Ohne solche Unterstützung müssten sie immer noch unter einem Strohdach leben und könnten sich kaum darin bewegen. Wobei das Haus für deutsche Verhältnisse auch nicht überdimensional ist, doch hier ist es wirklich eine gute Lebensgrundlage.
So, jetzt habe ich nochmal genug geschrieben. Ich freue mich, von euch zu hören, wie es euch so im kalten Deutschland geht...
Ganz liebe Grüße
Kiki
Jaja, ich weiß... ich soll mich endlich mal wieder melden, ... "haben schon so lange nichts mehr gehört..." "Denkst du überhaupt noch an uns?!?"
Also: ES TUT MIR LEID! Ich denke schrecklich oft an euch alle, doch irgendwie war die letzte Zeit vom Programm her etwas vollgestopft.
Also zunächst mal war ich ein paar Tage in Deutschland um meine entzückende Nichte Fiona kennenzulernen.
Ok, und um ein Bier zu trinken,
eine Runde Geocaching mit dem Hannes zu machen,
und im Murphys zu sein,
und eigentlich auch in den Schinderhannes zu gehen (leider nicht in die Tat umgesetzt.),
mich zum Eis mit netten Kollegen treffen,
nochmal richtige Kroketten und Pizza zu essen
und den Elvis zu knuddeln. Auch ein paar Menschen wurden geknuddelt:D
Auf jeden Fall war die Zeit in good old Germany echt toll und auch wenns ziemlich stressig war und alles andere als Urlaub fand ich es sehr schön, viele Menschen/Hunde wiederzusehen, die man während einem halben Jahr echt vermissen kann!
Zurück in Kenya freute ich mich schon riesig auf den Mombasa Urlaub. Doch so einfach war es dann doch nicht. Angekommen war nämlich nur ich am Flughafen in Nairobi und leider nicht mein Gepäck. Also musste ich eine Nacht in Mbagathi (neben Nairobi) übernachten und erst Sonntags wieder Richtung Ngechek fahren. Bepackt mit schwerem Gepäck ging es dann mittels öffentlichem Matatu rauf nach Eldoret. Nach 6 Stunden Fahrt dort angekommen ging es weiter mit einem anderen Matatu nach Mosoriot. Und dort wurde ich abgeholt. Fix und fertig angekommen war ich doch wirklich sehr froh alle wiederzusehen.
Wobei alle ist etwas übertrieben: Die Kinder waren für die Ferien zu Hause und so waren wir doch recht alleine. Macht aber nix, durch neue Teammitglieder hatten wir sehr viel zu erzählen und kennenzulernen. Aber obwohl es so schön war hatte ich nur den Montag um mich ein bisschen auszuruhen.
Dienstags gings wieder Richtung Süden.
6 Stunden Fahrt nach Mbagathi. Und etwas nebenbei: Ich mag Mbagathi nicht. Es ist städtisch, es ist laut, es sind viele Menschen dort, und es ist nicht Ngechek! Aber wir übernachteten dort nur um dann Mittwochs früh (5 Uhr) mit Bussen nach Mombasa zu fahren. Wir waren eine riesige Truppe. Insgesamt von 3 Stationen kamen die Leute mit und Ngechek war dabei die Kleinste. Nach 10 Stunden Autofahrt sind wir auch endlich angekommen. Ein Bus war ein bisschen länger unterwegs: 15 Stunden. Absoluter Wahnsinn. Doch vor uns lag Urlaub.
Dachte ich.
Bis dann Imke ankam und fragte ob ich mit ihr zusammen als Krankenschwester vor Ort zuständig sein möchte. Klar, wird wohl nicht viel sein.
Dachte ich.
Mal wieder falsch gedacht. Als Imke dann wegen gesundheitlichen Gründen auch noch ausviel, sprang zum Glück Maria ein. Aber von Urlaub konnte ich dann echt nicht mehr sprechen. Aber als Entschädigung waren wir an einem traumhaften Strand und hatten echt viel Spass untereinandern.
Und wir konnten echt viele andere Leute kennenlernen. Doch komisch war es schon ein bisschen. Wir konnten ja nicht einfach mir nichts, dir nichts, im Bikini darum springen, wenn wir sonst uns an Kleidungsvorschriften halten. Im Bikini da rumlaufen und eine Woche später mit Kenianern wieder arbeiten, nachdem sie einen so gesehen haben: keine wirklich gute Idee.
Ich meine in Deutschland: kein Thema. Doch hier sieht man einen dann als Freiwild, und darauf hatte weder ich, noch irgendsonst ein Mädel von unserem Team Lust. Also immer brav mit Shirt oder Top schwimmen gehen.
Nach einer Woche voller Spass und Albernheiten sind wir dann zurückgefahren. Halt, ich bin mit Lydia und noch ein paar Anderen einen Tag früher abgereist, damit jemand auf Station ist, wenn die Kinder wieder zurück aus den Ferien kommen. Doch unsere Tour war dafür ohne Pause in Mbagathi. Nach 15 Stunden anstrengender Matatufahrt kamen wir fix und fertig in Ngechek an.
Die Kinder habe ich schon sehr vermisst und war heilfroh als wieder Leben in die Station kam. Die meisten haben ihre Ferien bei den Verwandten sehr genossen und es hat echt gut geklappt. Aber mit Ausruhen war nicht viel.
Die erste Schulwoche war voll gepackt mit Vorbereitungen auf die kenianische Hochzeit am Samstag. Es sollte eine riesige Hochzeit mit 600 Gästen werden. Was hier aber riesig heißt sollten wir Deutschen erst noch am eigenen Leib erfahren.
Und natürlich, wie es sich für eine kenianische Hochzeit gehört, waren wir alle recht spät dran. Pünktlichkeit hätte ich eh für übertrieben und spießig gehalten in Kenia. Und natürlich ist eines unserer Autos dank einem Spritproblem hängengeblieben (der Sprit war wohl mit irgendwas gestreckt woren...). Und so trafen wir alle relativ pünktlich so gegen viertel nach 10 in Eldoret in der Kirche ein. 10 Uhr sollte der Gottesdienst beginnen, aber wir waren so ziemlich die Ersten vor Ort. Um halb 11 waren dann tatsächlich schon alle da. Nur einer nicht: Der Pastor. Blöd. Als man ihn angerufen hat war dieser sehr überrascht. Natürlich war 10 Uhr ausgemacht, aber in Kenia bedeutet das, dass man vielleicht, wenn man viel Wert auf Zeit legt, so um 11 Uhr anfängt. Aber das tun die Meisten ja nicht, Wert auf eine Uhrzeit legen... Aber er beeilte sich und so konnte die Zeremonie beginnen. Ok, die Braut war wunderschön (eine aus unserem Team) und der Bräutigam war natürlich auch sehr nervös (unser Teamleiter), wie sich das gehört.
Aber für meinen persönlichen Geschmack, war das Ganze sehr unafrikanisch und dafür sehr amerikanisch. Und so ein Amerika- Fan bin ich leider nicht. Doch für die Kenianer war es eine absolute Traumhochzeit, und darauf kommt es schließlich an. Und auch wir Deutschen kamen auf unsere Kosten. Da unser Teamleiter ein Massai ist, waren auch so seine halbe Verwandtschaft vor Ort. Und die führten einen richtig traditionellen Massaitanz auf. Echt super. Genau so, wie man sich als Tourist einen afrikanischen Stamm so vorstellt.
Zurück auf Station gabs dann erstmal eine böse Überraschung. Anstatt der erwarteten 600 Gäste waren es weitaus mehr. So um die 1100. In Deutschland werden brav Einladungen verteilt und häufig noch Sitzordnungen aufgestellt. Das funktioniert hier mal grad gar nicht. Es gibt keine Einladungen, sondern es ist jeder eingeladen:
1. Verwandte, Freunde, ... (aber wirklich die gaaanze Verwandtschaft, inklusive
Groß-groß-Cousin, Schwägerin des Groß-groß-Cousins..)
2. Jeder, der mal etwas mit Ihnen zu tun hatte (und sei es nur ein Smalltalk auf
dem Feld)
3. Jeder, der etwas mit Ihnen gerne zu tun haben würde (nach meiner Meinung)
4. Jeder, der gerne etwas essen will, und auch noch Massais sehen möchte.
Dafür geht die Hochzeit nicht allzu lange. Um halb 6 abends war schon Schluss und das war eine recht lange Feier. Und von der eigentlichen Feier haben wir als Team so gut wie nichts mitbekommen, da wir eigentlich nur mit Essen servieren beschäftigt waren... Natürlich sehr schade, dass wir die ganzen Reden verpasst haben. Und das von Leuten, die in solchen Momenten das Bedürfnis haben, etwas zu sagen. Und das sind echt viele. Und natürlich auf Swahili, wenn man Glück hat. Meistens aber eher auf Kalenjin oder Massai, sodass man wirklich gaaar nichts versteht. Doch für Emelie und Amos (das Hochzeitspaar :D ) war es ein absolut perfekter Tag, und das ist schließlich die Hauptsache.
Nach der Hochzeit kam dann so langsam der Alltag wieder.
Dachte ich. (Vielleicht sollte ich weniger denken)
Nix da. Freitags ging es dann richtig los. Wie ich ja schon letztes Mal geschrieben habe, wollten wir ein Haus für eine alte Frau und ihren Mann bauen. Und das sind wir dann direkt mal angegangen.
Das Impact- Team, bestehend aus lauter jungen, motivierten (mehr oder weniger) Leuten, machten sich Freitags morgens auf in die Nachbarschaft, um ein anständiges Haus zu erstellen. Die Pfeiler waren dank fleißiger Hände schon vorbereitet, damit wir auch fertig werden.
Aber es gab auch wirklich genug zu tun. Zunächst mal muss man Holzstöckchen an die Pfeiler annageln. Und das muss man erstmal lernen. Aber mit einiger Unterstützung von Caro habe ich tatsächlich nach einiger Zeit den Nagel auf den Kopf getroffen :D
Zwischen die Holzstücke wird dann die Wand `gemauert`... es werden die unteren 30 cm der Wand mit Graßstücken ausgestopft. Anschließend kommt es zum spaßigen Teil: es wird Matope hergestellt. Also vor allen Dingen viel Matsch und Spass für uns!!
Das Matope besteht eigentlich wirklich nur aus Wasser und Erde, was man schön zusammen mischt. Erinnert irgendwie an einen Hüttenbau in der Kindheit. Aber es hält hier wirklich. Und während wir fleißig den Matsch in die Wand geformt haben, waren die Männer auch nicht untätig: Sie befestigten das Dach.
Alles in allem waren wir Samstags fertig mit unserem Werk, und ich denke, es kann sich auch sehen lassen!
Ok, es ist noch nicht ganz fertig. Nach ca. 2-3 Monaten ist der Matsch richtig hart und die Wände werden verputzt. Und ein Boden wird noch reingelegt...
Also dank eurer Unterstützung wohnt dieses Ehepaar jetzt unter einem richtigen Dach und ich werde noch Bilder posten, wenn es komplett fertig ist (mit Boden und Einrichtung usw.), aber vielen lieben Dank nach Deutschland. Ohne solche Unterstützung müssten sie immer noch unter einem Strohdach leben und könnten sich kaum darin bewegen. Wobei das Haus für deutsche Verhältnisse auch nicht überdimensional ist, doch hier ist es wirklich eine gute Lebensgrundlage.
So, jetzt habe ich nochmal genug geschrieben. Ich freue mich, von euch zu hören, wie es euch so im kalten Deutschland geht...
Ganz liebe Grüße
Kiki
Mittwoch, 18. Juli 2012
Hallo ihr Lieben.
Ich wollte mich nochmal ganz herzlich für die vielen lieben Spenden bedanken.
Und euch kurz eine Rückmeldung geben, wie es eurem Geld so ergangen ist :D
Leider stand ich hier vor einem grundsätzlichen Problem: Das Geld wollte ich in erster Linie in die Kinder hier vor Ort investieren. Und das probiere ich auch. Nur mache ich das halt auch nur, wenn es Sinn macht.
Denn wenn man aus deutscher Perspektive auf die Situation der Kinder guckt, könnte man vieles anschaffen: Spielzeug, Anziehsachen, Süßigkeiten... doch irgendwie ist das eigentlich eher kontraproduktiv.
Für ein afrikanisches Kind haben unsere Kinder nämlich schon extrem viel: sie bekommen 3 mal am Tag abwechslungsreiches, gesundes Essen; haben etwas zum Anziehen und können sogar die Unterwäsche wechseln; jedes Kind hat ca. 1 kleines Spielzeug; und sie haben die Grundausstattung für die Schule.
Natürlich könnte ich mit eurem Geld jetzt den Kids alles mögliche an Spielkram kaufen, oder an Anziehsachen, damit sie auch immer top gestylt sind. Und schwups ist mit eurem Geld folgendes passiert: wir haben verzogene Kinder herangezogen, die nicht mit dem materiellem Wohlstand umgehen können und sich erst recht später nur noch schwer in die afrikanische Gesellschaft eingliedern können. Klar würde ich den Kids hier am Liebsten auch einfach eine Freude machen, und ihnen all solchen Blödsinn kaufen, doch es würde mir das Herz brechen, wenn sie später durch den europäischen Stil sich einfach nicht mehr zurechtfinden.
Wenn man in Deutschland aufwächst, und den Luxus von vorne herein gewöhnt ist, hat das wahrscheinlich nicht so einen Effekt (denke ich zumindest bei den meisten die ich kenne ;) wie bei diesen Kindern. Im Moment kann ich euch versichern, dass der Großteil sehr glücklich ist, und sich hier zu Hause fühlt. Und deshalb denke ich brauchen diese Kinder Luxus nicht. Natürlich bekommen sie ab und zu kleine Geschenke, und über diese freuen sie sich dann aber auch richtig.
Also was ich bisher noch investiert habe in die Kinder, ohne euch davon was zu schreiben war:
- Socken für die kleinen Kinder gekauft, da Socken hier keine Selbstverständlichkeit sind, aber ich will nicht, dass sie bei dem Wetter (es kann kalt werden!) krank werden
- Aufklärungsunterricht: Alle Kinder sollen nach und nach altersgerecht verstehen, was sie für eine Infektion haben, und wie sie damit umgehen sollen. Deshalb wurde ein Aufklärungsteam für ein paar Tage hierhin geholt, die mit den Kindern gesprochen haben und auch das Team nochmals geschult haben, speziell zum Thema HIV. Das war vor allem gut, da ein Mädchen aus dem Team selber HIV positiv ist und einfach erklärt hat, wie sie mit der Infektion umgeht und dass es trotzdem möglich ist, es weit zu bringen.
- Stoff für Schuluniformen wurde von dem Geld eingekauft (Schuluniformen sind Pflicht in Kenia)
- da in letzter Zeit das Wetter etwas kälter mal wieder wurde, waren die meisten Kinder stark am Husten. Doch immer die Hustenmedizin ihnen zu geben fand ich nicht die optimale Lösung, deshalb habe ich von dem Geld etwas Honig und Ingwer besorgt und hab ihnen ein paar Mal Tee gekocht. Und zum Glück ist der Husten bei dem Großteil der Kinder verschwunden.
In solche Dinge fand ich, macht es Sinn zu investieren und ich hoffe, ihr sehr das ungefähr genauso. Doch es gäbe noch ein paar Anliegen, in die ich persönlich auch gerne etwas Geld stecken würde. In eine Sache habe ich das bereits einfach gemacht, wenn ihr etwas dagegen habt bin ich aber auch gerne bereit, das privat zu bezahlen.
Es geht um ein Mädchen Namens Janet. Sie wuchs bei einer alkoholabhängigen Mutter auf. Zeitweise war sie im Kinderheim in Tinderet. Dies ist ca. 2 Stunden Autofahrt von uns entfernt. SIe war eine gute Schülerin in der Primary school. Diese geht bis Klasse 8. Doch leider konnte die Familie nicht den Besuch der Secondary school bezahlen. In der Kirche bei uns in der Nachbarschaft wurde für dieses Mädchen Geld gesammelt. Ich habe beobachten können und teilweise von anderen Familien mitbekommen, wie die Afrikaner, die teilweise selber nicht viel haben, das wenige das sie haben, gespendet haben. Janet war einmal auch zu Besuch. Im Gegensatz zu vielen anderen Kindern in diesem Alter macht sie einen sehr erwachsenen Eindruck. Sie hat sehr klare Vorstellungen von ihrer Zukunft (nein, kein Astronaut, Spielzeugfabrikant oder Lokomotivführer). Später würde sie gerne Sozialarbeiterin werden, um Kindern, die ähnlich wie sie aufwachsen, zu helfen. Ich war sehr beeindruckt von ihr und habe den restlichen Teil des Schulgeldes, das noch gefehlt hat, gespendet. Insgesamt wurden ca. 20.000 Schilling benötigt. 14.000 wurden durch die Bekannten hier in der Umgebung gesammelt. Das ist wirklich sehr viel Geld für diese Menschen hier! Ich habe dann 6.000 Schilling dazubezahlt und sie wird demnächst die Schule besuchen. Es ist eine 'Boarding school', dass heißt sie wird in der Schule auch leben. Im Prinzip wie ein Internat. Da es nicht für die Kinder hier im Kinderheim war, fände ich es toll, wenn ich eine Rückmeldung bekommen würde, ob das für euch ok ist. Es sind ca. 60 Euro gewesen. Aber wie gesagt, im Notfall bin ich gerne bereit, dass zu bezahlen, wenn ihr das nicht finanzieren wollt.
So dann noch ein Anliegen: Mittlerweile habe ich ´ganz gute Kontakte zur Nachbarschaft. Und es ist einfach schwierig zu sehen, wie die Nachbarn teilweise sehr viel Probleme haben, und auf unserer Station alles soweit gut ist. Da immer einfach wegzugucken finde ich nicht richtig. Aber ich habe auch nicht vor, einfach Geld an die Nachbarn zu verteilen!
Doch hier ist eine Mama Anjelina. Sie ist 45, wirkt aber sehr viel älter. Sie hatte es in ihrem Leben nie leicht (wie die meisten eigentlich hier), aber sie ist körperlich durch jahrelange, schwere Arbeit sehr angeschlagen. Sie wohnt in einer kleinen runden Lehmhütte. Es ist sehr klein und stickig in dem 'Haus'. Es ist wirklich nicht sehr einfach dort jeden Tag zu essen, zu schlafen, und zu kochen. Ich werde bei Gelegenheit ein paar Bilder davon machen. Ein paar Teammember hier wollten sich zusammenschließen, um ihr ein neues, zwar bescheidenes, aber festes Haus zu bauen. Die Kirche würde auch etwas an Geld zusteuern. Insgesamt kostet so ein Haus ca. 150 Euro. Was meint ihr? Sollen wir von dem Geld dieses Projekt unterstützen???
Also, ich hoffe, ich bekomme ein paar Antworten :D
Bis bald
Kiki
Ich wollte mich nochmal ganz herzlich für die vielen lieben Spenden bedanken.
Und euch kurz eine Rückmeldung geben, wie es eurem Geld so ergangen ist :D
Leider stand ich hier vor einem grundsätzlichen Problem: Das Geld wollte ich in erster Linie in die Kinder hier vor Ort investieren. Und das probiere ich auch. Nur mache ich das halt auch nur, wenn es Sinn macht.
Denn wenn man aus deutscher Perspektive auf die Situation der Kinder guckt, könnte man vieles anschaffen: Spielzeug, Anziehsachen, Süßigkeiten... doch irgendwie ist das eigentlich eher kontraproduktiv.
Für ein afrikanisches Kind haben unsere Kinder nämlich schon extrem viel: sie bekommen 3 mal am Tag abwechslungsreiches, gesundes Essen; haben etwas zum Anziehen und können sogar die Unterwäsche wechseln; jedes Kind hat ca. 1 kleines Spielzeug; und sie haben die Grundausstattung für die Schule.
Natürlich könnte ich mit eurem Geld jetzt den Kids alles mögliche an Spielkram kaufen, oder an Anziehsachen, damit sie auch immer top gestylt sind. Und schwups ist mit eurem Geld folgendes passiert: wir haben verzogene Kinder herangezogen, die nicht mit dem materiellem Wohlstand umgehen können und sich erst recht später nur noch schwer in die afrikanische Gesellschaft eingliedern können. Klar würde ich den Kids hier am Liebsten auch einfach eine Freude machen, und ihnen all solchen Blödsinn kaufen, doch es würde mir das Herz brechen, wenn sie später durch den europäischen Stil sich einfach nicht mehr zurechtfinden.
Wenn man in Deutschland aufwächst, und den Luxus von vorne herein gewöhnt ist, hat das wahrscheinlich nicht so einen Effekt (denke ich zumindest bei den meisten die ich kenne ;) wie bei diesen Kindern. Im Moment kann ich euch versichern, dass der Großteil sehr glücklich ist, und sich hier zu Hause fühlt. Und deshalb denke ich brauchen diese Kinder Luxus nicht. Natürlich bekommen sie ab und zu kleine Geschenke, und über diese freuen sie sich dann aber auch richtig.
Also was ich bisher noch investiert habe in die Kinder, ohne euch davon was zu schreiben war:
- Socken für die kleinen Kinder gekauft, da Socken hier keine Selbstverständlichkeit sind, aber ich will nicht, dass sie bei dem Wetter (es kann kalt werden!) krank werden
- Aufklärungsunterricht: Alle Kinder sollen nach und nach altersgerecht verstehen, was sie für eine Infektion haben, und wie sie damit umgehen sollen. Deshalb wurde ein Aufklärungsteam für ein paar Tage hierhin geholt, die mit den Kindern gesprochen haben und auch das Team nochmals geschult haben, speziell zum Thema HIV. Das war vor allem gut, da ein Mädchen aus dem Team selber HIV positiv ist und einfach erklärt hat, wie sie mit der Infektion umgeht und dass es trotzdem möglich ist, es weit zu bringen.
- Stoff für Schuluniformen wurde von dem Geld eingekauft (Schuluniformen sind Pflicht in Kenia)
- da in letzter Zeit das Wetter etwas kälter mal wieder wurde, waren die meisten Kinder stark am Husten. Doch immer die Hustenmedizin ihnen zu geben fand ich nicht die optimale Lösung, deshalb habe ich von dem Geld etwas Honig und Ingwer besorgt und hab ihnen ein paar Mal Tee gekocht. Und zum Glück ist der Husten bei dem Großteil der Kinder verschwunden.
In solche Dinge fand ich, macht es Sinn zu investieren und ich hoffe, ihr sehr das ungefähr genauso. Doch es gäbe noch ein paar Anliegen, in die ich persönlich auch gerne etwas Geld stecken würde. In eine Sache habe ich das bereits einfach gemacht, wenn ihr etwas dagegen habt bin ich aber auch gerne bereit, das privat zu bezahlen.
Es geht um ein Mädchen Namens Janet. Sie wuchs bei einer alkoholabhängigen Mutter auf. Zeitweise war sie im Kinderheim in Tinderet. Dies ist ca. 2 Stunden Autofahrt von uns entfernt. SIe war eine gute Schülerin in der Primary school. Diese geht bis Klasse 8. Doch leider konnte die Familie nicht den Besuch der Secondary school bezahlen. In der Kirche bei uns in der Nachbarschaft wurde für dieses Mädchen Geld gesammelt. Ich habe beobachten können und teilweise von anderen Familien mitbekommen, wie die Afrikaner, die teilweise selber nicht viel haben, das wenige das sie haben, gespendet haben. Janet war einmal auch zu Besuch. Im Gegensatz zu vielen anderen Kindern in diesem Alter macht sie einen sehr erwachsenen Eindruck. Sie hat sehr klare Vorstellungen von ihrer Zukunft (nein, kein Astronaut, Spielzeugfabrikant oder Lokomotivführer). Später würde sie gerne Sozialarbeiterin werden, um Kindern, die ähnlich wie sie aufwachsen, zu helfen. Ich war sehr beeindruckt von ihr und habe den restlichen Teil des Schulgeldes, das noch gefehlt hat, gespendet. Insgesamt wurden ca. 20.000 Schilling benötigt. 14.000 wurden durch die Bekannten hier in der Umgebung gesammelt. Das ist wirklich sehr viel Geld für diese Menschen hier! Ich habe dann 6.000 Schilling dazubezahlt und sie wird demnächst die Schule besuchen. Es ist eine 'Boarding school', dass heißt sie wird in der Schule auch leben. Im Prinzip wie ein Internat. Da es nicht für die Kinder hier im Kinderheim war, fände ich es toll, wenn ich eine Rückmeldung bekommen würde, ob das für euch ok ist. Es sind ca. 60 Euro gewesen. Aber wie gesagt, im Notfall bin ich gerne bereit, dass zu bezahlen, wenn ihr das nicht finanzieren wollt.
So dann noch ein Anliegen: Mittlerweile habe ich ´ganz gute Kontakte zur Nachbarschaft. Und es ist einfach schwierig zu sehen, wie die Nachbarn teilweise sehr viel Probleme haben, und auf unserer Station alles soweit gut ist. Da immer einfach wegzugucken finde ich nicht richtig. Aber ich habe auch nicht vor, einfach Geld an die Nachbarn zu verteilen!
Doch hier ist eine Mama Anjelina. Sie ist 45, wirkt aber sehr viel älter. Sie hatte es in ihrem Leben nie leicht (wie die meisten eigentlich hier), aber sie ist körperlich durch jahrelange, schwere Arbeit sehr angeschlagen. Sie wohnt in einer kleinen runden Lehmhütte. Es ist sehr klein und stickig in dem 'Haus'. Es ist wirklich nicht sehr einfach dort jeden Tag zu essen, zu schlafen, und zu kochen. Ich werde bei Gelegenheit ein paar Bilder davon machen. Ein paar Teammember hier wollten sich zusammenschließen, um ihr ein neues, zwar bescheidenes, aber festes Haus zu bauen. Die Kirche würde auch etwas an Geld zusteuern. Insgesamt kostet so ein Haus ca. 150 Euro. Was meint ihr? Sollen wir von dem Geld dieses Projekt unterstützen???
Also, ich hoffe, ich bekomme ein paar Antworten :D
Bis bald
Kiki
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